Inhalt siehe Klappentext.
Ich kenne schon zwei andere Romane von Kristina Pfister und war nun neugierig auf das neueste Werk Nach dem Sommerregen, eine Familiengeschichte, die das ganz normale verrückte Leben spiegelt. An Vater Walters 70. Geburtstag, den die älteste Tochter Cecilia perfekt für ihn gestalten will, geht alles schief, was nur schiefgehen kann. Mutter Marianne kommt zu spät, mit Dirk im Schlepptau, an den Walter sich gar nicht erinnern will. Jonas kommt zwar mit Frau Julia auf die Party, denkt aber schon über Trennung nach, außerdem ist da noch die coole Nachbarin Billy. Die jüngste Tochter Marika überrascht alle mit ihrer ungeplanten Schwangerschaft, Freund Kai taucht auch auf, ebenso Per-Olov, der gar nicht versteht, warum Cecilia immer alles 130%ig haben will und trotzdem kein weiteres Kind in Aussicht ist und sie ein Geheimnis hütet. Nebenbei fackelt das Baumhaus der Ritterburg ab, dem Sommerhaus der Familie. Es hört sich alles klein, verwinkelt und abgewohnt an, der Keller steckt voller Gerümpel, aber auch voller jeder Menge Erinnerungen, an die man sich gerne nach diesem Desaster gemeinsam erinnern möchte. Ach ja, Walter bekommt noch einen Herzinfarkt, um das Drama abzurunden. Die Eltern gehen mal wieder getrennte Wege, die Geschwister hassen und lieben sich, wie das bei drei Geschwistern wohl so ist, am besten in unterschiedlichen Konstellationen. Die dazugehörigen Partner P.O., Julia und Kai bleiben über kurz oder lang außen vor, es dreht sich vor allem um die 5 Ritters. Die Kinder, die inzwischen selbst erwachsen sind, erfahren auf Umwegen, warum Mutter Marianne sich damals eine Auszeit nahm, inzwischen können sie es wohl nachvollziehen, dass es eben einfach manchmal so sein muss, dass man auch nur mal an sich denkt, aber nicht darüber reden möchte. Nun geht es ihnen selbst so.
Ich finde, Leonie Landa hat dieses Hörbuch in 8:56 Stunden sehr angenehm und passend gesprochen, ich empfehle, es in 1,25-facher Geschwindigkeit zu hören. An manchen Stellen erkennt man sich wieder, es ist nicht immer alles supertoll und heile Welt, manchmal muss man der Realität ins Auge sehen, auch wenn das danach blau ist oder die Nase dick. Manchmal muss erst etwas passieren, damit man aufwacht und nach vorne schaut, aber dennoch auch zurück. Es geht um das Eltern sein, das Kind- und gleichzeitig Eltern sein, Geschwister-sein, Familie oder Paar sein, Einzelkämpfer und Teamplayer, Arbeitstiere und Tagträumer, Perfektionisten und Menschen, die das Leben nehmen, wie es kommt. Verlust- und Versagensängste, Wünsche und Träume, soll es bleiben, wie es ist oder wäre es anders besser? Die Ritters lernen nicht nur sich selbst sondern auch die anderen Familienmitglieder aus einer ganz anderen Sicht neu kennen.
Ich habe das Hörbuch gehört und parallel dazu das eBook gelesen, beides hat mir gut gefallen, allerdings fand ich die Hörbuchversion noch etwas passender, weil entsprechend vertont noch näher am Geschehen. Ich vergebe 4,5 bis 5 Sterne mit Hörempfehlung.