Nina Mazur nimmt ihre Leser mit auf Sylt. Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen und die Kapitellänge ist ok. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und authentisch gestaltet. Die Stimme der Hörbuchsprecherin ist größtenteils sehr angenehm zu hören, nur die Passagen, der Tochter wirken nicht so gut. Das Cover ist sehr schön gestaltet und erhält einige Details der Geschichte.
Die Hauptprotagonistin ist Marina. Sie lebt mit ihrer Tochter Lisa auf Sylt und ist Inhaberin des Restaurants Sölbloom. Nachdem ihr Mann bei einem Surfunfall ums Leben gekommen ist, hat sich ihr Leben um 180 Grad gedreht. Es scheint fast so, als ob sie in allen Aktivitäten eine Gefahr sieht und so schränkt sie ihre Tochter auch immer mehr ein. Ihre Schwester Fine versucht ihr ein wenig ins Gewissen zu reden und sie darauf aufmerksam zu machen, welsche Erlebnisse sie in ihrer Kindheit erleben durfte und dass sie diese Chance ihrem Kind nicht zugesteht. Doch Marina kann nicht über ihren Schatten springen und setzt dadurch ihre Tochter auch Hänseleien von Mitschülern aus.
Nach dem Tod waren ihre Familie und Oliver immer für sie da und er ist ein toller Patenonkel für Lisa. Doch plötzlich schleichen sich da auch romantische Gefühle zwischen die Beiden. Erst als die Mutter von Felix ihnen sagt, dass sie ein schönes Paar wären und ihr Sohn nichts dagegen hätte, hören sie auf gegen die Gefühle anzukämpfen. Doch Oliver hat ein Geheimnis, was die neue Beziehung gefährden könnte. Was passierte wirklich an dem Tag, als er mit Felix surfen war und nur einer lebend zurück an Land kam? Kann Marina sich ganz auf ihn einlassen oder wird sie einen Rückzieher machen, weil er sich als Pilot jeden Tag einer enormen Gefahr aussetzt zu sterben? Wie lange wird Lisa sich noch einschränken lassen und warum möchte sie so unbedingt reiten? Kann es mit dieser Vorbelastung ein Happy End für Marina, Lisa und Oliver geben?
Die Autorin hat gleich mehrere schwierige Themen angesprochen, den Roman aber trotzdem nicht zu erdrückend wirken lassen. Sind die Dinge im Leben, die einen am glücklichsten machen, auch immer die gefährlichsten? Und kann ein Leben lebensfertig und fröhlich sein, wenn man immer darauf bedacht ist, sich keinerlei Gefahren auszusetzen? Wie kann man ein Gleichgewicht finden und sein Leben genießen, ohne ständig Angst zu haben?