In den ersten beiden Semestern meines Studiums hatte ich zwei Dinge gelernt. Erstens: Ich würde eine verdammt gute Anwältin werden. Und zweitens: Jackson Carter war wie die Pest, scheiße gefährlich, und überall, wo er auftauchte, wurde es hässlich.
so tun, als wäre mir alles egal.
...so tun, als würdest du mir nichts bedeuten.
... so tun, als ginge es mir gut.
**** Mein Eindruck ****
Das Buch startet emotional intensiv auf Lumens Seite gefühlvoll und nahbar, auf Jacksons Seite zunächst voller klischeehafter Proll-Momente. Ich gebe zu: Am Anfang habe ich ihn regelrecht verflucht. Und trotzdem war da von Beginn an dieses unterschwellige Gefühl, dass mehr hinter seiner Fassade steckt.
Ich konnte ihm sein Verhalten nicht einfach verzeihen, sondern bin vielmehr gemeinsam mit ihm gewachsen habe seine Entwicklung miterlebt und meine eigene Wut beim Lesen Stück für Stück losgelassen. Genau das macht diese Slow-Burn-Romanze so besonders: Das Knistern ist konstant spürbar, und überraschenderweise hat mich die Geschichte stellenweise sogar zu Tränen gerührt.
Jacksons Schmerz wird greifbar, trotz seines anfänglichen Rich-Kid-Verhaltens, das sich im Laufe der Geschichte glaubwürdig verändert. Neue Perspektiven treten an die Stelle alter Muster, und genau das macht ihn als Figur so interessant.
Die Rivalität zwischen Lumen und Jackson treibt die Handlung zusätzlich an. Nach einem kurzen Einstieg in Yale verlagert sich das Geschehen schnell in eine Kanzlei, in der beide während einer Probewoche an einem Fall arbeiten. Rasch wird deutlich: Es geht um weit mehr als nur einen Job. Die beiden werden persönlich involviert und die Frage steht im Raum, ob das gut ausgehen kann. Wer bekommt am Ende die Stelle? Und kann aus einer solchen Feindschaft überhaupt etwas Echtes entstehen? Die Recherche und was damit einherging konnte mich absolut begeistern und schafft viel Potential!
Ich bin ein großer Fan des Schreibstils und Storytellings der Autorin. Sie verbindet bekannte Tropes mit genau der richtigen Portion Frische und schafft es, eine Vielzahl an Emotionen auszulösen.
Und dann kam dieser Moment: Dieses Buch ist kein Standalone. Und ich war gleichzeitig begeistert und maximal frustriert. Begeistert, weil diese Figuren so viel Potenzial haben und ich unbedingt mehr von ihnen will. Frustriert, weil ich genau jetzt weiterlesen wollte und es einfach nicht kann. Ich bin noch lange nicht fertig mit ihnen, und genau das fühlt man nach der letzten Seite sehr deutlich.
Schon jetzt hat die Reihe mein Herz erobert. Endlich wieder eine Geschichte, die Figuren über mehrere Bände hinweg wachsen lässt und sie im Fokus behält. Ich bin mehr als gespannt auf die Fortsetzung.
**** Empfehlung? ****
Für alle, die Slow-Burn-Romance mit Rivalen-Dynamik lieben, starke Emotionen suchen und bereit sind, sich auf eine Reihe einzulassen, die mehr kann als 360 Seiten Unterhaltung pur.