Ein sehr einfühlsames Buch
Den jungen Eltern Katrin und Hans passiert, was man niemanden wünscht: Sie verlieren kurz nach der Geburt ihr Kind. Der Junge sei angeblich auf dem Weg in ein Krankenhaus verstorben. Die Mutter will und kann nicht glauben, was passiert sein soll. In dieser schweren Zeit können auch die beiden Eltern einander nicht trösten oder zumindest versuchen einander zu verstehen. Die Beziehung ist am Ende und auch ein letztes Treffen kann lediglich den Wunsch der Mutter deutlich machen, wachsam zu bleiben.Hans, der Icherzähler, macht uns zu Zeugen all seiner Gedanken, was dem Text eine emotional hochwertige Bedeutung verleiht. Es ist die einfühlsame Sprache des Autoren und das immerwährende Auftauchen von Zweifeln der Protagonistinnen und Protagonisten, das mir das Buch so nahe gebracht hat.Der Handlung liegen historische Begebenheiten zugrunde, die es in der DDR gegeben haben soll. Der Roman macht Hoffnung, auf eine weitere Aufdeckung dieser unglaublichen Fälle.Zugleich ist Matthias Jügler ein Autor, von dem man sich wünscht, bald ein weiteres Buch in Händen zu halten.