Natalie ist die Mutter von fünf Kindern, mit dem sechsten auf dem Weg. Sie lebt ein Leben, das für viele bewundernswert, für viele abstoßend ist. Natalie stellt ihr Leben auf einer Farm in den USA online, zeigt ihren traditionellen Lebensstil, vermarktet ihn und kann gut davon leben. Als Trad-Wife polarisiert sie, aber die kritischen Kommentare tut sie als Neid von frustrierten Frauen ab. Doch die wunderbare Idylle hat mehr als nur eine Schattenseite und die Fassade beginnt zu bröckeln. Plötzlich findet sich die junge Frau in einer Umgebung wieder, die ihr vertraut ist, jedoch jeglichem Luxus des 21. Jahrhunderts entbehrt. Was ist passiert und kann sie wieder in ihr altes Leben zurück?
Caro Claire Burke greift in ihrem Buch ein aktuelles Thema auf. Die auf Social Media verbreitete Idylle eines in traditionellen Rollenbildern gelebtes Frauenleben findet Zuspruch genauso wie Ablehnung. Mit Natalie hat sie eine Protagonistin geschaffen, die diese Widersprüche in sich vereint. In Rückblicken wird ihr Werdegang beschrieben, die religiös-traditionelle Kindheit, ihre Studienzeit, die erste große Liebe bis hin zu der Geschäftsfrau, die ihr Leben vermarktet. Der Weg, der auf den ersten Blick linear und leicht erscheint, ist alles andere als das. Natalie ist eine Kämpferin und Überlebenskünstlerin und sieht, um ihr Ziel zu erreichen, über vieles hinweg, verliert gleichzeitig zwangsläufig auch vieles aus dem Blick. Ich war anfänglich der Meinung, Natalie sicher nichts Gutes abgewinnen zu können, doch relativ schnell konnte ich ihr näherkommen und ihre Beweggründe verstehen. Die Autorin hat sie mit viel Humor und Zynismus ausgestattet, was der Geschichte Leichtigkeit verleiht und mir Natalie auch sympathisch machte.
Ich war von diesem Buch überrascht, da das Geschehen von vielen Blickwinkeln beleuchtet wird, Tiefgang hat, realistische und teils vielschichtige Figuren beinhaltet und dabei leicht zu lesen ist. Ich bin froh, einer Leseempfehlung gefolgt zu sein, das Buch war für mich sehr lesenswert!