Auf der Suche nach Futter gerät Kater Frankie in eine Mülltonne und von dort in ein Müllauto, dessen Presse glücklicherweise defekt ist. In einer völlig fremden Umgebung wird er ausgeladen und muss sich dort durchkämpfen.
Auch im zweiten Band gelingt es Jochen Gutsch auf unnachahmliche Weise, sich mit Herz und Hirn menschlicher Probleme anzunehmen. Und wieder einmal verschafft die Perspektive aus Katersicht so manchen Moment der Verblüffung mit anschließender Erkenntnis.
So wird das Mädchen, dem Frankie begegnet, lange nicht als Geflohene benannt. Auf diese Weise umgeht der Autor den Stempel Flüchtling und bietet uns die Möglichkeit, sie unvoreingenommen kennen zu lernen. Ähnlich verfährt er mit weiteren Problemzonen. Religion, Tierhaltung, Alter - die Gesellschaft ist voller Themen, bei denen es lohnt, die gewohnte Spur zu verlassen und sich auf einen neuen Blickwinkel einzulassen. Diese auf Umwegen geschaffenen Denkanstöße sind aus mehreren Gründen gut annehmbar:
Frankie ist Sympathieträger. Was ihm zustößt, schmerzt, wenn er sich für das Gute entscheidet, rührt er uns. Seine Gedanken folgen seiner eigenen Logik, die uns unsere sozialen Defizite ohne moralische Vorhaltung vor Augen führt.
Ferner ist die Geschichte mit ihrem Füllhorn unerwarteter Wendungen wirklich spannend. Der Kater gerät von einer Notlage in die nächste, von harmlos bis nahezu aussichtslos, und der Fortgang der Geschichte ist immer wieder offen.
Vor allem aber ist der Roman gnadenlos witzig. Neben all den belastenden Aspekten sorgt die lakonische Erzählweise für Leichtigkeit und Lesevergnügen.
Was das Wohlfühlen komplettiert, ist der hohe Stellenwert, den die Freundschaft einnimmt. Ohne Freundschaft, ohne Mitmenschlichkeit, ohne Hilfsbereitschaft hätte Frankie seine Odyssee nicht überstanden. Und ja, Mitmenschlichkeit trifft es, denn in diesem Kater steckt überaus viel Mensch. Im allerbesten Sinne.