Muss man zu Stolz und Vorurteil noch etwas sagen? Wahrscheinlich nicht. Und doch möchte ich es tun.Aktuell entdecke ich für mich die Klassiker der Weltliteratur. Da durfte Jane Austens berühmter Roman natürlich nicht fehlen. Endlich habe auch ichStolz und Vorurteilgelesen und kann nun sehr gut verstehen, weshalb dieses Buch bis heute so viele Leserinnen und Leser begeistert.Im England des frühen 19. Jahrhunderts verfolgt die Familie Bennet vor allem ein Ziel: ihre fünf Töchter gut zu verheiraten. Besonders Mrs. Bennet setzt alles daran, für ihre Töchter passende Ehemänner zu finden. Für die zweitälteste Tochter Elizabeth Bennet steht jedoch fest, dass sie nur aus Liebe heiraten möchte. Als der wohlhabende und zunächst sehr unnahbare Mr. Darcy in ihr Leben tritt, prallen unterschiedliche Vorstellungen, Vorurteile und Erwartungen aufeinander.Da ich die Verfilmung schon sehr oft gesehen habe, fiel es mir zunächst schwer, beim Lesen keine eigenen Bilder im Kopf zu haben. Das hat mein Leseerlebnis aber nicht geschmälert. Im Gegenteil: Es war schön, die Figuren noch einmal auf eine andere Weise kennenzulernen und viele kleine Gedanken, Beobachtungen und Dialoge zu entdecken, für die ein Film oft nicht genug Raum hat.Besonders mochte ich Elizabeth. Sie ist klug, schlagfertig und lässt sich nicht so leicht von den Erwartungen ihrer Familie oder der Gesellschaft beeinflussen. Auch Mr. Darcy gewinnt im Laufe der Geschichte immer mehr an Tiefe. Jane Austen erzählt mit feinem Humor von Liebe, Familie, gesellschaftlichen Regeln und vorschnellen Urteilen. Vieles daran wirkt erstaunlich zeitlos.Für mich zu Recht ein Klassiker der Weltliteratur. Eine warmherzige, kluge und unterhaltsame Geschichte, die ich sehr gern gelesen habe. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.