Starker Auftakt der Reihe
Klappentext:Altruan - die Selbstlosen. Candor - die Freimütigen. Ken - die Wissenden. Amite - die Friedfertigen. Und Ferox - die Furchtlosen ... Fünf Fraktionen, fünf verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes künftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie. Doch der Test, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte. Die aber gelten in ihrer Welt als hoch gefährlich ..."Die Schlucht sollte uns immer daran erinnern, dass der Grat zwischen Tapferkeit und Dummheit sehr schmal ist."Nachdem ich die Verfilmungen rund um Die Bestimmung - Divergent bereits mehrfach gesehen hatte, war es für mich längst überfällig, endlich auch das Buch zu lesen. Der Einstieg in die Geschichte fühlte sich dadurch zwar vertraut an, gleichzeitig konnte ich aber viele Details entdecken, die in den Filmen weniger Raum bekommen.Der Schreibstil von Veronica Roth ist angenehm flüssig und gut zugänglich, sodass ich schnell in die Handlung eintauchen konnte. Besonders gelungen fand ich die Darstellung von Beatrice "Tris" Prior - ihre innere Zerrissenheit zwischen Anpassung und Selbstbestimmung wird sehr greifbar und authentisch vermittelt. Gerade dieser psychologische Aspekt hat die Geschichte für mich deutlich aufgewertet.Die Welt der Fraktionen ist spannend aufgebaut, allerdings hätte ich mir hier eine visuelle Unterstützung gewünscht - etwa eine Karte, um die einzelnen Bereiche besser einordnen zu können. Auch inhaltlich bleiben für mich Fragen offen, vor allem was die Entstehung dieser Gesellschaftsstruktur betrifft. Ein wenig mehr Hintergrund hätte der Welt noch mehr Tiefe verliehen.Positiv hervorzuheben ist der Fokus der Geschichte: Statt sich zu stark auf die Liebesgeschichte zwischen Tris und Four zu konzentrieren, liegt der Schwerpunkt klar auf den Fraktionen, deren Dynamiken und den gesellschaftlichen Konflikten. Das hat mir persönlich sehr gut gefallen, da es die Handlung deutlich interessanter und vielschichtiger macht.Der Einstieg in die Story ist eher ruhig und baut die Welt sowie die Figuren langsam auf. Gegen Ende nimmt die Handlung dann jedoch stark an Fahrt auf und entwickelt eine intensive Dynamik, die schließlich in einem spannenden Cliffhanger mündet, der definitiv Lust auf den nächsten Band macht.Fazit:Divergent - Die Bestimmung überzeugt durch einen starken Schreibstil, eine interessante Grundidee und vor allem durch die glaubhafte Darstellung von Tris' innerem Konflikt. Kleine Schwächen sehe ich in den fehlenden Hintergrundinformationen zur Welt sowie in der etwas langsamen Anfangsphase. Insgesamt aber ein gelungener Auftakt mit einem packenden Finale.