Es geht.
Der Hype um Bücher kann manchmal wirklich überwältigend sein. Man sieht überall begeisterte Rezensionen, leidenschaftliche Diskussionen und sogar Fan-Theorien, die einem das Gefühl geben, dass man etwas ganz Besonderes verpasst, wenn man nicht mitliest. So ging es mir auch mit dieser Reihe. Ich habe mir das Buch vorgenommen, voller Vorfreude und Erwartungen, die durch den allgemeinen Hype noch verstärkt wurden. Doch leider wurde ich enttäuscht.Der Schreibstil der Autorin ist zwar solide, aber er hat mich nicht wirklich vom Hocker gerissen. Es gibt viele Autoren, die mit ihrem Stil eine Atmosphäre schaffen können, die einen von der ersten Seite an mitreißt. Hier jedoch fühlte ich mich eher wie ein passiver Zuschauer. Der rote Faden ist gut erkennbar, und das muss man der Autorin lassen. Sie hat es geschafft, die Handlung ohne große Ausschweifungen voranzutreiben. Das ist positiv, aber es reicht nicht, um die Geschichte wirklich spannend zu machen.Die Grundidee der fünf Fraktionen, in die die Gesellschaft aufgeteilt ist, hat durchaus Potenzial. Es ist zwar ein Konzept, das man schon in anderen Geschichten gesehen hat, aber es bietet Raum für interessante Entwicklungen. Leider hat die Autorin es versäumt, die Charaktere und die Welt um diese Idee herum lebendig zu gestalten. Die Charaktere wirken oft flach und klischeehaft, und ich konnte einfach keine Empathie für sie empfinden. Es fühlte sich an, als ob sie in vorgegebene Rollen gedrängt wurden, ohne dass ihnen die nötige Tiefe oder Entwicklung gegeben wurde.Das führte dazu, dass die gesamte Handlung für mich vorhersehbar war. Ich mag es, wenn ein Buch mich überrascht oder mir unerwartete Wendungen bietet. Hier war das nicht der Fall. Ich konnte die meisten Entwicklungen im Voraus erahnen, was das Leseerlebnis für mich erheblich minderte. Wenn man schon eine originelle Grundidee hat, sollte man die Möglichkeit nutzen, die Geschichte spannend und unberechenbar zu gestalten.Ein weiterer Punkt, der mir das Lesen erschwert hat, war die Protagonistin. Sie ging mir richtig auf die Nerven. Natürlich ist das Geschmackssache, aber ich konnte einfach keine Verbindung zu ihr aufbauen. Es gibt Bücher, in denen man mit den Charakteren leidet, sich mit ihnen freut oder sie bewundert. Hier war ich eher genervt von ihren Entscheidungen und ihrer Art, was das gesamte Lesevergnügen beeinträchtigt hat.Ich muss zugeben, dass meine hohen Erwartungen wahrscheinlich eine große Rolle dabei gespielt haben, wie ich das Buch wahrgenommen habe. Wenn man in einen Hype eintaucht, hat man oft das Gefühl, dass man etwas Großartiges erwartet. Doch manchmal kann das auch dazu führen, dass man enttäuscht wird, wenn die Realität nicht mithalten kann. Vielleicht hätte ich das Buch mit einem anderen Mindset angehen sollen, aber das ist in der heutigen Zeit nun mal schwierig, wenn überall nur von einem bestimmten Titel gesprochen wird.