schwer verdauliche Hochliteratur von vorgestern
Die Protagonistin im Amerika des 17. Jahrhunderts hat offensichtlich Ehebruch begangen und wird in der Öffentlichkeit dazu verurteilt, lebenslang ein Gewand mit einem scharlachroten Buchstaben zu tragen, der in der damaligen Zeit für Ehebruch stand. Diese brutalen puritanischen Moralvorstellungen wirken aus heutiger Sicht verstörend und schaffen so Abstand vom Leser zur Geschichte. Die auktoriale Perspektive erlaubt es dem Autor, alle Figuren aus einem größeren Blickwinkel zu betrachten, so dass die Handlung transparent ist.Entschleunigende Lange Schachtelsätze von Anfang an, durchsetzt mit subtiler Philosophie machen es dem Leser schwer die Lektüre fortzusetzen. Aber, zum Ende hin, als sich herauskristallisiert, wer der Ehebrecher gewesen sein könnte, steigt dann doch die Spannung und man wird mit einem nicht zu erwartenden, pathetischen Höhepunkt belohnt.Insgesamt gesehen, war das Buch nichts für mich, vielleicht weil ich für derartige Hochliteratur zu einfach gestrickt bin.