Stark
Ich muss zugeben, dass, wenn ich im Bereich der Klassiker lese ich manchmal doch einiges an Geduld mitbringen muss und mich auf den Roman wirklich einlassen muss, um dann ins Thema einzusteigen und den Klassiker, den ich nun lesen darf wertzuschätzen. Bei der Graf von Monte Christo war dies allerdings anders. Ich weiß nicht, ob es die Schreibweise war oder die gute Übersetzung, die ich gelesen habe aber ich war sehr früh im Thema drin. Ich hab sehr schnell Sympathien empfunden für den Hauptprotagonisten vor allem auch, weil vieles so nah an der wirklichen Welt dran ist. Der Neid der Menschen, der Verrat von Freunden, die Lust auf Rache. Wir lesen hier von einem Mann, dessen Gier nach Rache letztendlich das gewesen ist, was ihn am Leben gelassen hat und ihn geholfen hat, mehr als zehn Jahre in Gefangenschaft zu überleben und dann wieder aufzuerstehen wie der Phoenix aus der Asche. Auch wenn Rache nie der richtige Weg ist und auch das Buch es aufzeigt, da man am Ende nicht das Gefühl hat, dass die Rache ihm das Gefühl von Frieden gegeben hat. Im Gegenteil es reut ihn sogar so weit gegangen zu sein. Denn letztendlich hat er sich leer gefühlt und hat zuweilen über Selbstmord nachgedacht und nur seine entdeckte Liebe zu Haydee hat ihn davon abgehalten, sich das Leben zu nehmen. Also sehen wir das Rache nicht die Erfüllung bringt, sondern es eher aus einer Art Pflicht Gefühl entsteht, weil man das, was einem angetan wurde, denjenigen antun will, die ein verletzt haben. Der Graf von Monte Christo ist ein Klassiker, der sich auch zurecht Klassiker nennen darf, denn das Thema bleibt aktuell bis in jede Epoche und auch wenn Rache nie der Weg zum Glück ist, ist die Geschichte, die wir mit erleben dürfen in diesen großartigen Roman doch mit allem versehen, was das menschliche Leben ausmacht. Humor, Liebe, Tragik und auch Hoffnung auf Besserung. Wer Angst vor größeren Romanen hat, den kann sie meiner Meinung nach mit der Graf von Monte Christo genommen werden.