Mit dem dritten Band hat Louise Penny mich endgültig erwischt. Ich liebe inzwischen diese besondere Mischung aus Kriminalfall, Atmosphäre, leisen psychologischen Beobachtungen und dem Gefühl, an einen vertrauten Ort zurückzukehren. Dass Kunst dabei immer wieder so selbstverständlich und bedeutungsvoll eine Rolle spielt, ist für mich ein ganz besonderes Plus.Mir gefällt besonders, wie viel unter der eigentlichen Handlung mitschwingt. Beziehungen, alte Verletzungen, Eifersucht, Loyalität und die Frage, wie schnell etwas Vertrautes kippen kann ... All das wird so selbstverständlich in die Geschichte eingewoben, dass der Fall für mich weit mehr war als nur die Suche nach einem Täter.Dazu kommt diese ganz eigene Stimmung der Reihe: warm, ruhig, manchmal leicht unheimlich und trotzdem immer menschlich. Ich lese längst nicht mehr nur weiter, weil ich wissen möchte, wie der Fall aufgeklärt wird. Ich möchte einfach wieder zwischen all den Bewohnerinnen und Bewohnern verweilen, ihre kleinen und grossen Eigenheiten miterleben und mich für ein paar Seiten fühlen, als würde ich selbst dazugehören.Wenn sich ein Krimi irgendwann weniger wie ein Buch und mehr wie Heimkommen anfühlt, hat eine Reihe für mich alles richtig gemacht.