Wie man die Welt vor der Klimakatastrophe retten kann, obwohl führende Nationen und Politiker das verhindern wollen
Dieses Roman soll nicht spannend sein? Ich kann die Meinung meiner Mitrezensenten, die das so sehen, nicht nachvollziehen. Im zweiten Teil seiner Delta-V Reihe versuchen die Überlebenden AsteroidenschürferInnen ihre zurückgelassenen Freunde zu retten. Das ist garnicht so einfach. Technische, wirtschaftliche, finanzielle und politische Probleme türmen sich vor ihnen auf. Und so utopisch sich so manche technischen und ökonomischen Schilderungen anhören, Suarez hat wieder tief recherchiert. Seine Danksagung wimmelt nur so von NASA und anderen Spezialisten. Wir lesen also eine Geschichte, in der all die Projekte, die schon durchgeplant aber nie realisiert wurden, Wirklichkeit werden!Kann sein, dass der eine oder andere, Star Wars verwöhnte Rezensent, vergeblich darauf gehofft hat, dass Han Solo mit dem Millenium Falken zwischen den Buchseiten hervorschießt. Das würde die negativen Bewertungen erklären.Die Menschheit droht in der ungebremsten Klimakatastrophe auszusterben, denn es "ist schon seit Längerem klar, dass die Regierungen der Welt - in Anbetracht ihrer Trägheit und des massiven Einflusses etablierter Interessengruppen, unter dem sie stehen - nicht das tun können, was getan werden muss, um unsere Biosphäre zu retten." (S. 192) Dagegen treten die Helden und Heldinnen an und sie bekommen auch Unterstützung. "Es gibt auf der Welt viele Raumfahrttechniker, -wissenschaftler und Verantwortliche auf mittlerer Ebene, die wollen, dass Sie drei es schaffen, den Fortschritt im tiefen Weltraum zu beschleunigen." (S. 193)Es folgt ein Katz und Maus Spiel mit den Mächtigen und Reichen. Auch ein erpresserischer afrikanischer Bandenchef endet nicht nach Bond-Art im Kugelhagel, sondern wird einfach eingebunden. Wieder ein Minuspunkt auf der Actionskala. Die entscheidende Szene wird spannend erzählt, wie ein Pokerspiel.Suarez beschreibt auch eine klimagetriebene Massenmigration. "Einst waren sie vielleicht Angestellte, Gewerbetreibende oder, wie seine Eltern, Wissenschaftler gewesen, aber jetzt waren sie alle Wanderer, bereit, ihr Leben zu riskieren, um wo anders hinzukommen - irgendwo anders hin. Sonst erwartete sie nur noch ein langsamer Tod." (S. 261) Noch ist es Fiktion aber die Hitzewellen dieses Jahr deuten schon an, mit was wir in den nächsten Jahren rechnen müssen.Die Asteroidenschürfer versuchen auch eine neue Weltraumökonomie zu entwickeln, um die Menschheit zu retten. "Ein Grundprinzip der CCE ist, dass alle Menschen auf der Erde von der Weltraumindustrie profitieren sollen, nicht nur ein paar Milliardäre und mächtige Nationen." (S. 367) Diese neue Weltraumökonomie wird auf den Seiten 490 ff erklärt. Ganz ehrlich - ich habs nicht kapiert. Aber wenn ich mir vor Augen führen, wie genau Suarez die raumfahrttechnischen Details recherchiert hat, glaube ich ihm einfach mal, dass das so funktionieren würde.Viele technische, politische und abenteuerliche Verwicklungen lauern am Weg und machen die Geschichte spannend. Ein verdammt informatives Buch das uns deutlich macht, in welch verdammt gefährlichen Zeiten wir leben.