1946 - ein Dorf in der Eifel - man kennt es, Nachkriegszeit, Besatzungen, Kriegsheimkehrer, kaputte Gesellschaft und die 'Nicht-Nazigewesenen'.
Doch nein, hier ist sehr viel mehr in der Geschichte: Die Figuren sind mit sehr viel, gut recherchiertem Hintergrund, der bis in die Kaiserzeit zurück reicht, aufgebaut. Die Geschichte bedient mitnichten die Klischees.
Sie zeigt die Hintergründe, die menschlichen Abgründe und schlecht ist nicht einfach nur schlecht. Genauso wenig ist gut nur gut. Hier hat jeder sein Paket zu tragen, egal ob Bauer, Dorfschullehrerin, Schmied oder Polizist. Ich habe mich sofort in die Geschichte gezogen gefühlt und hatte sehr lebhafte Bilder vor mir, die allerdings den Umständen entsprechend nicht immer einfach und nett waren.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und einmal angefangen, habe ich das Buch nicht aus der Hand legen können. Der Stil hat mir gut gefallen und natürlich auch der Kriminalfall, der gut in die Zeit passt. Es gab einige sehr spannende Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Ich empfehle das Buch gerne weiter und werde definitiv auch die folgenden Bücher lesen. Ich will ja wissen, wie die Figuren sich entwickeln werden :-)