Das Museum of broken hearts durften wir schon in den beiden Vorgängerbänden der Reihe von Julia Niederstraßer kennenlernen. Anders als in den ersten beiden Bänden führt es uns aber nicht direkt hinein, sondern in die Pizzeria nebenan. Denn im Mittelpunkt steht Lou, die nach dem tragischen Tod ihres Verlobten auch nach einem Jahr noch nicht wieder im Leben angekommen ist.
Die Bände können unabhängig voneinander gelesen werden. Durch das Wiedertreffen der gesamten Clique und damit der ehemaligen Protagonisten ist es aber schöner, wenn man sich die Bücher in der richtigen Reihenfolge vornimmt.
Lou ist am Ende ihrer Kräfte, geht außer zum Arbeiten nicht mehr vor die Tür und ist nach ihrem Verlust selbst mehr tot als wirklich am Leben. Als sie dann zum einjährigen Todestag ihres Verlobten Phil Nachrichten von ihm erreichen, die er vor seinem Tod vorbereitet haben muss, sieht es zunächst so aus, als würde alles noch schlimmer werden. Doch das Blatt dreht sich und Lou fasst sich ein Herz, um die Aufgaben, die Phil ihr stellt, zu erledigen. Sie hat sich als Begleitung hierzu den netten und gerade erst wieder heimgekehrten Barista Kjell ausgesucht. Er arbeitet im Café des Museums of Broken Hearts und lässt sich nur allzugerne auf Lou ein. Sie gefällt ihm, auch wenn er weiß, dass er nicht gegen die starken Emotionen von Lou zu Phil ankommt, oder vielleicht doch?
Ich war zunächst skeptisch, weil Lou wirklich sehr, sehr traurig ist und dementsprechend ist die Stimmung anfangs auch sehr düster. Lou leidet wirklich wie ein Hund. Zum Glück sind ihre Freundinnen Juna und Toni immer an ihrer Seite. Doch auch sie vermissen Phil und so hat Lou das Gefühl, sich vor ihnen zusammenreißen zu müssen. Also ist es tatsächlich relativ nachvollziehbar, dass sich Lou einen Fremden aussucht, mit dem sie die Aufgaben von Phil erledigen will. Mit Kjell wirkt Lou, als würde sie wieder auftauen. Sie findet wieder in eine neue Normalität zurück, ohne dass es unauthentisch wäre oder zu schnell wirkt. Das habe ich sehr gemocht. Auch wenn Kjell auf Lou eingeht und sich wirklich bemüht, ihr schöne Erinnerungen zu bescheren, drängt er sich nicht auf. Das mag ich, weil es so schön zurückhaltend ist und nur ein leichtes, unterschwelliges Knistern erzeugt, was jedoch mit der Zeit in eine immer stärkere Anziehung mündet.
Wie in den Vorgängerbänden auch schafft es die Autorin auch hier wieder, die Personen sehr nahbar und facettenreich zu gestalten. Neben Lous Trauer hat auch Kjell eine Seite, die er lieber für sich behält und die ihn verwundbar macht. So wirkt auch er wie ein echter Mensch anstatt wie ein Romanheld. Das macht die Geschichte noch schöner und das Annähern der beiden noch echter.
Ich habe es sehr gerne gelesen und kann die gesamte Reihe wärmstens empfehlen!