Lesehighlight!
"Du hat die Gabe. Und du wirst mächtig sein. Gehe sorgsam mit dieser Macht um. Setze sie immer nur für einen guten Zweck ein. Hast du das verstanden? Missbrauche niemals deine Trommel" - aus Heilerin des Nordens -Dieses Buch zeigt wie die Jahrhunderte alten Traditionen der Sami, das Leben mit und in der Natur, ihre schamanische Heilkunst und ihr Kräuterwissen durch christliche Missionare in Frage gestellt und teilweise zerstört wurden. Wie Samen durch Manipulation, Unterdrückung und Machtlosigkeit und damit gegen ihren Willen zum christlichen Glauben gedrängt worden sind. Längst nicht alle haben sich dem neuen Glauben angeschlossen, aber dennoch genug um die friedliebenden Samen gegeneinander aufzubringen.Miija, der jungen samischen Schamanin gelingt es, ihr altes schamanisches Wissen zu nutzen und dennoch offen für Neues, für die Wissenschaft zu sein, die ihr ein Arzt aus dem Süden Norwegens näherbringt. Für sie gibt es nicht nur schwarz und weiß, Schamanismus und Wissenschaft, sie erkennt, dass beides zusammen neue Möglichkeiten zu heilen bietet und dass Traditionen nicht nur da sind um sie weiterzuführen, sondern manchmal auch, um sie zu brechen.Dieses Buch ist ganz still und leise zu einem ersten Highlight in diesem Jahr für mich geworden. Für mich hat alles gepasst, der Schreibstil ist sehr fesselnd und die ganzen Themen sehr gut recherchiert. Die Geschichte wird zu keiner Zeit langweilig, alles ist sehr bildlich und lebendig beschrieben (auch eine Obduktion) und Miija fand ich sehr authentisch und sympathisch. Die Nöte und Ängste, die Probleme aber auch der Zusammenhalt und die Dynamik einer Siida - einer samischen Dorfgemeinschaft - ist glaubwürdig und echt beschrieben. Ich mochte das Buch von der ersten bis zur letzten Seite sehr gerne und über einen zweiten Band würde ich mich sehr freuen, mir scheint die Geschichte von Miija und ihrem norwegischen Arzt noch nicht zu Ende erzählt.