Ein wunderbarer Einblick ins Meran 1872
Wir sind im Meran 1872. Die Stadt ist bei den höheren Gesellschaftsschichten der K.u.K-Monarchie und darüber hinaus beliebt als Kurort.Wir lesen von der jungen Helen von Burt die mit ihrer Tante und einer Hofdame Königin Victorias im Passerhof der Familie Haller logiert. Helen soll endlich eine geeigneten Mann finden. Wir lernen die Familie Montalban kennen, die im Schloß Waldegg residiert und dessen Neffe eine gute Partie abgeben würde,. Auch erfahren wir einiges über den ledigen Korsen Vicomte Jean de Bendotti, der ein schweres Kriegstrauma in Meran loswerden will und von Max von Montalban, seinem ehemaligen Schulkameraden, zur Redoute aufs Schloss eingeladen wird, genauso wie Helen. Dr. Hirsch, neuer Arzt in Meran, will Benedotti helfen in dem er sich der neuen medizinischen Richtung, der Seelenschau bedient.Als dann das Zimmermädchen Anna, das für Helen zuständig ist, verschwindet und sich auch Jean für sie interessiert verknüpfen sich die Erzählstränge dramatisch.Trotz der vielen Leute ergibt das alles eine runde Sache. Wir bekommen ein Sittengemälde der damaligen Zeit und man fiebert mit Helen, Jean und Anna mit. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und fängt die Stimmung in einem südtiroler Kurort zur Faschingszeit 1872 sehr gut ein. Eine klare Leseempfehlung von mir und ich freue mich auf den 2. Teil.