Solide Small Town Romance für zwischendurch
In diesem Band begleiten wir Iris und den alleinerziehenden Vater Archer. Wie man es von Dream Harbor gewohnt ist, erwarten uns Small Town Vibes, eine ordentliche Portion Romance und natürlich das Wiedersehen mit bekannten Gesichtern aus den vorherigen Bänden.Das absolute Highlight dieses Buches waren für mich ganz klar Archer und seine kleine Tochter Olive. Die beiden haben mein Herz erobert! Archer ist, auch wenn er sich erst in seine Rolle einfinden musste, ein wunderbarer, liebevoller Vater, und die Szenen mit Olive bringen genau die süßen und herzerwärmenden Momente in die Geschichte, die man sich von einer cozy Kleinstadt-Geschichte erhofft. Sie sind der Hauptgrund, warum ich am Ball geblieben bin.Leider gab es einige Punkte, die mein Leseerlebnis etwas getrübt haben. Fangen wir direkt beim Setting an: Das Marketing und der Titel Hold me in Summer versprechen ganz klar eine gemütliche Sommerlektüre. Wer sich jedoch auf laue Sommerabende, wird irritiert sein, denn die Handlung spielt kurioserweise im Frühling. Kein Weltuntergang, aber doch eine falsche Erwartungshaltung, die hier geweckt wird.Ein viel größeres Problem hatte ich leider mit der Protagonistin Iris. Ich bin mit ihr bis zur letzten Seite einfach nicht richtig warm geworden. Ein Hauptgrund dafür war, dass ich ihre tiefen Ängste und Bedenken schlichtweg nicht nachvollziehen konnte. Es wurde für mich nie wirklich greifbar, woher diese starken Unsicherheiten eigentlich stammen.Das wirkte sich leider auch negativ auf die Liebesgeschichte aus. Die Dynamik zwischen Iris und Archer war ein ständiges Hin und Her. Die Charaktere ließen immer wieder ihre Bedenken die Oberhand gewinnen, um dann im nächsten Moment, scheinbar nur getrieben von der körperlichen Anziehung, völlig ins andere Extrem zu wechseln. Eine echte, tiefe emotionale Verbindung war für mich zwischen den beiden leider kaum spürbar.Auch der Handlungsbogen schwächelte etwas. Der typische Dream-Harbor-Vibe war zwar spürbar, aber unterm Strich war die Story nichts Besonderes. Vieles war von vornherein vorhersehbar, echte Spannung kam kaum auf, und das Ende wirkte auf mich dann doch sehr gehetzt und viel zu schnell abgehandelt.Fazit3,5 ¿ - für eine solide Small Town Romance für zwischendurch. Der Vibe der Kleinstadt ist da, aber die Liebesgeschichte kratzt zu sehr an der Oberfläche. Dank Archer und der zuckersüßen Olive vergebe ich aber dennoch 3,5 von 5 Sternen.Vielen Dank an den Verlag und die Autorin für das Rezensionsexemplar.