Lapidar heruntererzählt
... zumindest zu einem großen Teil. So etwas wie emotionale Ergriffenheit oder Mitgefühl mit den handelnden Personen, zumindest der zentralen Person des Buches, Hanna, kommt eher selten auf. Falls dies dann doch einmal passiert, dann trifft es einen schon mit großer Wucht, wie das Beispiel eines Eisenbahnunglücks, bei dem fast 100 Menschen ums Leben kamen - darunter 44 Schulkinder; unter diesen auch die Tochter einer guten Freundin von Hanna. Es ist die Zeit, in der nichts einfach war, das Leben oft fremdbestimmt, gerade auch dann, wenn man als Frau versuchte "seinen Mann" zu stehen. Wo Frausein selbst als Lebensrisiko galt; diese Verhältnisse und die sich daraus entwickelnde Gegenwehr werden hier recht anschaulich an der Person von Hanna dargestellt. Trotz dieser allgemeinen Tristesse gibt es Lichtblicke, oft in Form eines besonderen Verhältnisses zu Blumen, aber auch einiger erfolgreich absolvierter Lebensmomente. Es ist ein Buch unter vielen, die sich derzeit mit den Lebensverhältnissen der sogenannten einfachen Leute auseinandersetzen. Mal gelungen, mal weniger gelungen. Wenn man nicht zu hohe literarische Ansprüche stellt (wie könnte man das, mit einem solchen Thema?), der kann hier durchaus von der Lektüre profitieren.