Für mich war Halt niemals an mein erster Thriller von Chevy Stevens, und ich bin ohne jegliche Erwartungen an die Story herangetreten. Erwartet hatte ich dementsprechend nichts Großes, aber am Ende war ich völlig überrascht.
Aber fangen wir mal von vorne an:
Tom und Alice wollen einfach nur eine Reise quer durch Kanada erleben. Nach einem schweren Schicksalsschlag wollen die beiden wieder zueinanderfinden und den Kopf frei bekommen. Auf dem Weg zu einem Campingplatz begegnen sie schließlich Simon und Jenny, und das Unglück nimmt seinen Lauf.
Die Autorin hält sich nicht lange mit Vorgeplänkel auf, sondern lässt schon nach wenigen Seiten die Spannung unterschwellig brodeln und zu gegebener Zeit explodieren. Überrascht war ich, dass Halt niemals an so actionreich, teils brutal und blutig ist hier kommen Thriller-Fans auf jeden Fall auf ihre Kosten.
Den Großteil der Story erfahren wir aus Alices Sichtweise. Sie macht auch die größte Charakterentwicklung durch. Ist sie anfangs noch eher ängstlich, in sich gekehrt und fast depressiv, entwickelt sie im Verlauf eine komplette Wandlung, mutiert zu einer Kämpferin, bietet beiden die Stirn und versucht alles, um sich und Tom zu retten.
In größeren Abständen kommt dann auch Jenny zu Wort. Wir erfahren mehr über ihre Hintergründe und ihre Kindheit und können uns als Leser ein eigenes Urteil bilden.
Chevy Stevens bekommt die Mischung aus actionreichen Szenen und verträumten Kleinstädten, umgeben von Bergen und Seen, perfekt hin. Einerseits waren meine Nerven zum Zerreißen gespannt, andererseits hat sie mir die malerischen Kleinstädte nähergebracht.
Auf knackigen 458 Seiten durchlebte ich ein Wechselbad der Emotionen. Mit jedem Umblättern habe ich damit gerechnet, dass die Situation eskalieren wird.
Und wenn ich dachte das es nicht noch spannender werden kann, hat die Autorin auf den letzten 130 Seiten nochmal nachgelegt und mich entsetzt zurück gelassen.
Wie ich mich nach beenden des Buches fühle kann ich gar nicht so recht in Worte fassen..fassungslos..entsetzt..glücklich..?