Eine spannende Idee, die mich zwischendurch richtig gepackt hat ¿ leider wollte der Roman für meinen Geschmack einfach zu viel.
Ich hatte bei "Der längste Schlaf" wirklich lange das Gefühl: Da steckt so viel drin, das mir gefallen könnte. Und vielleicht war genau das am Ende das Problem.Die Grundidee fand ich richtig gut und stellenweise hat mich die Geschichte auch wirklich gepackt. Melanie Raabe hatte so viele interessante Gedanken und Ideen, dass ich immer wieder neugierig war, wohin sie mich damit führen würde. Gleichzeitig hatte ich aber zunehmend das Gefühl, dass einfach alles in diese Geschichte hineinmusste. Und irgendwann war es mir einfach zu viel. Zu viele Ideen, zu viele Ebenen, zu viel gewollte Wirkung. Was anfangs noch spannend war, wirkte auf mich mit der Zeit stellenweise fast überladen. Und das hat mir leider einiges von dem genommen, was ich an der Geschichte eigentlich mochte.Dabei mochte ich Mara wirklich gerne. Sie war für mich eine sympathische und empathische Protagonistin und ich habe sie sehr gerne begleitet. Gerade deshalb war es irgendwie schade, dass mich die Geschichte selbst nicht genauso abholen konnte.Auch mit der Atmosphäre hatte ich so meine Schwierigkeiten. Es gab immer wieder Momente, in denen ich sie richtig mochte und in denen dieses leicht Unheimliche und Traumhafte für mich funktioniert hat. Aber insgesamt war es für mich nicht durchgehend stimmig.Und dann dieses Zwischenende! Da hatte mich das Buch plötzlich. Wirklich. Ich war gespannt, wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht und hatte das Gefühl: Okay, jetzt kriegt die Geschichte mich doch noch. Umso enttäuschter war ich dann ein bisschen vom tatsächlichen Ende. Nicht unbedingt, weil ich die Auflösung schlecht fand, sondern weil sie für mich einfach zu lange hinausgezögert wurde. Irgendwann war meine Spannung leider wieder weg und ich wollte einfach nur noch ankommen.Was mir am meisten bleibt, ist deshalb dieses Gefühl von "Da wäre noch mehr drin gewesen, wenn weniger drin gewesen wäre." Denn die Ideen waren da. Die Figuren waren da. Die Geschichte hatte Momente, die mich wirklich gepackt haben. Aber für mich wollte der Roman manchmal einfach zu viel auf einmal sein. Und vielleicht ist genau das mein Fazit: Manchmal hätte weniger einfach mehr sein können.Trotzdem waren da genug schöne und spannende Momente, dass ich nicht bereue, Mara auf ihrer Reise begleitet zu haben.