unerwartete Wendungen, schwarzer Humor&Dialoge on point; profitiert von seinen skurillen etablierten und neuen Figuren; Friedhof&Fan-Revival
Die Redaktion "stalkt" Stella, die Journalismus-Vorlesungen besucht und ins Studenten-Leben schnuppert, aus Sorge um ihr Wohlergehen. Dabei fällt ein anderer Student von einem Gebäude, nachdem er - so Augenzeugenberichte - vorher minutenlang in der Luft schwebte. Das klingt nach einem Fall für die Stranger Times. Aber in diesem Buch passiert noch mehr, etwa taucht ein geheimnisvoller Pilger auf, den nur Bancroft sieht und der ihn ziemlich unter Druck setzt und Hannah trifft auf dem Campus ihr ehemaliges Idol - Teil einer Musikgruppe namens Herschel`s Garden, der ihr immer noch den Puls nach oben treibt, der hier als Dozent arbeitet während der andere Teil des ehemals erfolgreichen Duos tot ist. Am Ende verbringen die Journalisten aber deutlich mehr Zeit auf Friedhöfen als an der Uni, was auch besser zu ihrem Image passt ...Auch in diesem Band werden nach und nach unterschiedliche Ereignisse zu einer Gesamtstory zusammengefügt, die durch unerwartete Wendungen, v.a. aber durch den unverwechselbaren (schwarzen) Humor und die oft wirklich sehr gelungenen, pointierten Dialoge überzeugt. Außerdem profitiert auch dieser Teil wieder sowohl von den etablierten als auch von neuen, skurillen Figuren, die frischen Wind in das Stranger Times-Universum bringen. Diesmal steht das Geheimnis um Stella im Vordergrund, wie es sich ja auch in den Vorgängerbänden schon andeutete, aber auch Bancroft und Hannah, die beiden Chefredakteure haben wieder mit Geistern der Vergangenheit zu kämpfen. Inhaltlich fand ich diesen Teil eher schwächer als die Vorgänger, auch wenn McDonnell auch diesmal wieder eine Verschwörungstheoretiker-würdige Story konstruiert, die trotz über 500 Seiten stärke doch erstaunlich schnell weggelesen ist. Ich mag die eingestreuten Zeitungsausschnitte, die einen Blick in die abgefahrene Berichterstattung der Zeitung blicken lassen und die Running-Gags, die einem das Gefühl geben, man würde die Truppe schon ewig kennen. Lohnt sich zu lesen, aber bitte mit Band 1 beginnen ...