Cover:
Das Buchcover gefällt mir sehr gut. Es ist dunkel gehalten und zeigt eine Hausfront, bei der nur ein Fenster erleuchtet ist und in dem die Silhouette einer Frau zu sehen ist. Dadurch vermittelt es eine düstere, unheimliche Stimmung.
Handlung & Charaktere:
Edward ist ein Serienmörder und sitzt seit 27 Jahren im Gefängnis. Er ist unheilbar krank und will nun auch über die Morde sprechen, die ihm bisher nicht nachgewiesen werden konnten. Die Ermittler stehen unter Druck, denn Edward besteht darauf nur mit seiner Ex-Frau Maggie zu reden. Maggie lässt sich darauf ein in der Hoffnung den Familien der Opfer damit zu helfen einen Abschluss zu finden. Im Fokus der Ermittlungen steht besonders der Fall um die vermisste Lucy. Bei den Gesprächen verhält sich Edward eher kryptisch und spricht mehr über ihre Ehe und die gemeinsamen Söhne. Maggie stellen sich dabei Fragen, auf die sie vielleicht nicht unbedingt eine Antwort hören möchte.
Maggie ist eine der Hauptfiguren des Buchs. Seitdem ihr Mann verhaftet und wegen mehrerer Morde im Gefängnis sitzt, hat sich ihr Leben drastisch verändert. Sie wurde von der Presse belagert, ist mehrmals umgezogen und hat ihren Namen geändert. Nun führt sie ein zurückgezogenes Leben, arbeitet im Homeoffice und hilft regelmäßig bei der Essensausgabe für Bedürftige aus. Das Verhältnis zu ihren erwachsenen Söhnen ist angespannt, Freunde hat sie kaum. Dass sie sich von den Ermittlern zu den Gesprächen mit Edward überreden lässt, ist sehr mutig von ihr und verlangt ihr gleichzeitig viel ab. Sie sieht diese Herausforderung auch als Buße tun an. Im Laufe der Geschichte entwickelt sich ihre Figur weiter. So wird aus einer Frau, die scheinbar nur ohnmächtig nach der Tragödie vor sich hinlebt, eine Frau, die bei den Gesprächen lernt Wut zuzulassen und im wahrsten Sinne des Wortes auf den Tisch haut.
Edward leidet an Krebs und hat nicht mehr lange zu leben. Obwohl er in den Gesprächen mit seiner Ex-Frau scheinbar noch mehr Morde gestehen will, ziert er sich und zögert seine Enthüllungen über mehrere Sitzungen hinaus. Er ist ein sehr undurchschaubarer Charakter. Er wirkt nicht so diabolisch wie man meinen würde. Man erfährt auch nicht das Motiv seiner Taten, was ich ein bisschen schade gefunden habe.
Die Söhne Otis und Finn scheinen anfangs eher abweisend ihrer Mutter gegenüber zu sein und man bekommt das Gefühl, dass sie am liebsten ihre Vergangenheit komplett hinter sich lassen würden. Auch auf Kosten der Beziehung zu ihrer Mutter. Im Laufe der Geschichte ändert sich das.
Neben den genannten Charakteren gibt es noch etliche Nebenfiguren, wie etwa die Ermittler, oder Personen aus Maggies Umfeld. Beim Lesen konnte ich mich mit keiner Figur besonders identifizieren bzw. ist mir keine Figur sehr nahegegangen. Ein bisschen hat mir die Tiefe der Charaktere gefehlt.
Schreibstil & Spannungsaufbau:
Das Buch startet von der Spannung eher langsam und es dauert einige Kapitel, bis Maggie auf Edward trifft. Die Geschichte zeichnet sich mehr durch psychologische Spannung als actionreiche/gefährliche Szenen aus.
Schreibstil und Sprache sind zwar gut verständlich, aber eher langsam und gemächlich. Stellenweise gab es Sätze, die ich von der Erzählweise als etwas sperrig empfunden habe.
Meinung & Fazit:
Mein Mann, der Mörder von Charlotte Barnes ist das erste Buch das ich von der Autorin gelesen habe und es scheint mir auch das erste zu sein, das in deutscher Übersetzung vorliegt.
Das Buch wird als psychologischer Thriller beschrieben, ist meiner Meinung nach aber mehr ein psychologischer Spannungsroman, bei dem die Hauptfigur Maggie feststellen muss, dass sie ihren Mann Edward nie richtig gekannt hat und ihr die Vergangenheit als Lüge erscheint.
Die Beschreibung des Buches fand ich sehr spannend und hat mich neugierig gemacht. Die Umsetzung hat meine Erwartungen aber nicht ganz erfüllt.
Das lag einerseits an den Figuren, die mir zu wenig stark ausgearbeitet waren, andererseits aber auch daran, welche Wendung das Buch genommen hat. Die Wendung habe ich zwar nicht kommen sehen, war aber für meinen Geschmack nicht so spektakulär wie erhofft.
Das Buch war zwar nicht ganz, was ich erwartet habe und hätte wenn es nach mir geht ruhig noch mehr Nervenkitzel enthalten können, hat mir aber insgesamt dennoch unterhaltsame Lesestunden beschert.