Ein bewegendes, tiefgründiges Buch, das respektvoll und ehrlich mit dem Thema Trauer umgeht
Jeder von uns wird irgendwann einmal einen Verlust erleiden. Viele sind bereits betroffen und trotzdem wird das Thema immer noch gemieden, dabei kann es so wichtig und hilfreich sein, darüber zu sprechen. Gerade weil es so allgegenwärtig und unvermeidbar ist.Adam Silvera beschäftigt sich viel mit diesem Thema und auch in diesem Buch ist die Umsetzung mehr als gelungen.Griffins Umgang mit der Trauer wird so schonungslos ehrlich beschrieben; alles, was er durchlebt, ist greifbar. Man fühlt mit ihm und seinem Schmerz. Das Thema Verlust in ein Jugendbuch mit jugendlichen Protagonisten zu packen, finde ich besonders wichtig, weil immer noch so viele Menschen auf jüngere herabsehen, ihnen ihre Gefühle absprechen und ihre Trauer nicht ernst nehmen. Auch das wird im Buch beschrieben und zeigt unfaire Verhältnisse auf. Denn auch Jugendliche trauern und ihre Trauer ist nicht weniger wert, nur weil sie jung sind. Ihre Gefühle sind echt und sollten ernst genommen werden.Die Verzweiflung, wenn das nicht der Fall ist, findet man in Griffins Geschichte wieder. Das Gefühl, verloren zu sein, nicht zu wissen, mit wem man reden kann, weil man einfach nicht verstanden wird oder nicht verstanden werden will. Er ist hoffnungslos, traurig, gebrochen und versucht einfach nur, allem, was passiert ist, zu entfliehen, Antworten zu finden, Ablenkung. Die Art, wie er damit umgeht, ist so nachvollziehbar, gerade in seinem Alter und unter den gegebenen Umständen.Viele Dinge aus der Vergangenheit setzen sich im Laufe der Geschichte bruchstückartig zusammen. Man hat aber nie das Gefühl, dass das Buch so aufgebaut wurde, um möglichst dramatisch zu sein. Das Thema wird nicht ausgeschlachtet. Vielmehr passiert alles ganz natürlich zu seiner Zeit.Griffins Geschichte geht ans Herz, sie berührt und hallt auch noch nach, wenn man das Buch beendet hat.