In "Pauline" entfaltet Alexandre Dumas einen düsteren Roman der Leidenschaft, des Verbrechens und der Rettung, der die Verfahren des Schauerromans mit der Beweglichkeit des romantischen Abenteuererzählens verbindet. Die Geschichte um die unglückliche Pauline, den rätselhaften Alfred de Nerval und den verbrecherischen Horace de Beuzeval ist als spannungsvolle Rückblick- und Bekenntniserzählung gestaltet. Geheimnisse, nächtliche Schauplätze, moralische Abgründe und eine präzise Dramaturgie machen den Text zu einem frühen Beispiel jener erzählerischen Kunst, die Dumas später berühmt machte. Dumas, 1802 geboren, war Dramatiker, Romancier und Meister populärer Geschichtenerzählung. Seine Erfahrung auf der Bühne erklärt die szenische Kraft von "Pauline": Dialog, Enthüllung und dramatischer Umschlag bestimmen den Aufbau. Zugleich spiegelt der Roman die literarische Atmosphäre der französischen Romantik, in der außergewöhnliche Gefühle, gesellschaftliche Masken und das Geheimnisvolle als Mittel der Erkenntnis dienten. Empfohlen sei "Pauline" allen Lesern, die Dumas nicht nur als Autor der großen Mantel-und-Degen-Romane entdecken möchten. Das Buch bietet eine konzentrierte, atmosphärisch dichte Lektüre, in der Unterhaltung und psychologische Spannung miteinander verbunden sind. Es zeigt, wie virtuos Dumas schon früh Gefahr, Gefühl und Erzähltempo zu einer fesselnden literarischen Form verband.