Bryson erzählt gewohnt klug und unterhaltsam, doch die Themen des Sommers 1927 gingen diesmal weitgehend an mir vorbei.
Eigentlich ist "Sommer 1927" typisch Bill Bryson: kenntnisreich, detailverliebt, mit einem sicheren Blick für kuriose Zusammenhänge und in einem Schreibstil, den ich nach wie vor sehr mag. Rund um Charles Lindberghs Atlantikflug verknüpft er Baseball, Boxen, Politik, Verbrechen, das Mississippi-Hochwasser und technische Umbrüche zu einem Panorama der USA in den 1920er-Jahren.Dennoch hat mich das Buch deutlich weniger gepackt als "Eine kurze Geschichte von fast allem" oder "Picknick mit Bären". Viele der ausführlich behandelten Themen - besonders Fliegerei, Baseball und die zahlreichen amerikanischen Persönlichkeiten - gingen dieses Mal einfach an mir vorbei. Durch die Vielzahl der Personen und Nebenwege wirkte die Lektüre auf mich stellenweise eher wie eine Sammlung interessanter Einzelgeschichten als wie ein Buch, das mich durchgehend mitzieht.Handwerklich ist das weiterhin gut gemacht und immer wieder unterhaltsam. Der Funke sprang bei mir diesmal jedoch nur selten über.