Packender Thriller mit hohem Tempo, brutalen Szenen und einem spannenden Fall. Band 1 gefiel mir etwas besser, trotzdem klare Empfehlung.
Mit Der Zoom-Killer konnte Chris Meyer mich auch im zweiten Band der Tom-Bachmann-Reihe wieder überzeugen. Wer bereits den ersten Teil gelesen hat, wird sich sofort wieder zurechtfinden, denn die Geschichte knüpft nicht nur an die Ereignisse an, sondern entwickelt auch Tom als Figur konsequent weiter. Deshalb würde ich die Reihe unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen.Der Schreibstil ist wieder unglaublich fesselnd. Durch die kurzen Kapitel und das hohe Erzähltempo fliegt man förmlich durch die Seiten und ich hatte ständig das Bedürfnis, noch ein Kapitel dranzuhängen. Besonders gut gefällt mir erneut der Wechsel zwischen verschiedenen Perspektiven. Neben den aktuellen Ermittlungen begleiten wir Tom durch Erinnerungen an seine Vergangenheit und erhalten außerdem Einblicke in die Gedanken des Täters. Dadurch entsteht eine durchgehend spannende Dynamik und man fühlt sich mitten im Geschehen.Der Fall selbst ist interessant aufgebaut. Als schließlich auch das Motiv aufgedeckt wurde, war ich tatsächlich hin- und hergerissen. Natürlich entschuldigt eine schlimme Vergangenheit keine grausamen Taten, trotzdem hat Chris Meyer es geschafft, den Täter nicht völlig eindimensional wirken zu lassen. Dieser Zwiespalt hat mir gut gefallen.Was man allerdings wissen sollte: Auch dieser Band ist nichts für schwache Nerven. Die Morde und Folterszenen werden sehr detailliert beschrieben und auch Toms Rückblicke auf frühere Fälle sind teilweise wirklich harter Tobak. Wer bereits mit Band 1 Probleme hatte, wird auch hier keine abgeschwächte Version bekommen. Die Brutalität gehört eindeutig zum Stil der Reihe.Die Thematik rund um Zoom-Sitzungen hat bei mir sofort Erinnerungen an die Corona-Zeit geweckt. Dadurch wirkte das Szenario besonders greifbar und an manchen Stellen sogar noch beklemmender, weil es sich so nah an der eigenen Lebensrealität angefühlt hat.Insgesamt hat mir persönlich der Fall aus dem ersten Band noch einen Tick besser gefallen. Trotzdem bleibt die Spannung hier über die gesamte Geschichte hinweg konstant hoch und auch die Ermittlungsarbeit hat mir wieder richtig Spaß gemacht. Das Ende macht außerdem sofort neugierig auf die Fortsetzung und ich freue mich schon darauf, Tom Bachmann und sein Team weiter zu begleiten. Für Fans von sehr brutalen Thrillern ist auch dieser zweite Band definitiv eine Empfehlung.