Dieser Roman hat mir den Kopf verdreht! So wie Marie Madeleine. Und Madeleine Marie. Und wie die beiden schon nach den ersten Begegnungen wussten, diese Faszination füreinander, diese Spannung und Gefühle sind so unverwechselbar wie einzigartig, so ging es mir mit ihrer Geschichte. Denn was ich mit Wachs gefunden habe, ist ungewöhnlich. Ungewöhnlich intensiv. Ungewöhnlich in Witz und Charme. Und ungewöhnlich in den beiden Hauptfiguren.
Sich ihrer selbst bewusst und von hohem Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen das ist es, was Marie und Madeleine für mich auszeichnet. Und die Geschichte zu einer Reise durch die Zeit und in das Wesen zweier Frauen macht, die füreinander bestimmt zu sein scheinen. Und die Männer in ihren Leben in Nebenrollen verbannen. Oftmals belustigend, neurotisch oder tölpelhaft in ihren Auftritten, dabei doch immer liebenswert. Und die Marie und Madeleine in ihrer jeweils ganz eigenen Genialität und Charakterstärke und -reife zusätzlich betonen, da von ihnen abgrenzend sind.
Und ja, die beiden Frauen sind so genial wie besonders. Und ergänzen sich in all ihren Unterschiedlichkeiten. Madeleine, die Pflanzenmalerin, die ihre Objekte seziert, freilegt und dann doch aufs Papier bannt. Und Marie, die schon als Kind eine alles beherrschende Faszination für Leichen entwickelt, ihnen unter die Haut schaut und greift, das menschliche Innere ans Tageslicht befördert. Und dieses in späteren Jahren aus Wachs knetet und formt und der Außenwelt zugänglich macht. Ihre Liebe füreinander überdauert die Jahrzehnte, Macht und Politik und die Auswüchse einer Zeit, in der Sicherheit und Beständigkeit zunehmend schwinden.
Mit Marie und Madeleine reise ich durch die Geschichte, die ihre gemeinsame ist, und schnell, schnell durch Zeilen und Seiten. Denn ich mag den Roman gar nicht absetzen, möchte genießen in einem langen Atemzug. Und zwar eine Autorin, die gerade erst prämiert mit dem begehrten Büchner-Preis, ein Werk von außergewöhnlicher Schönheit und überbordender Fantasie und Einfallsreichtum geschaffen hat.