Winona Winnie Farmington wollte immer nach New York, um dort im Verlagswesen Karriere zu machen. Als ihre Mutter erkrankte, kehrte sie jedoch in ihre Heimatstadt zurück, um sie zu pflegen. Die Jahre ziehen ins Land, die Träume scheinen vergessen. Ihr Job ist langweilig, der Chef ein Choleriker. Als sie bei der überfälligen Beförderung übergangen wird und sie ihren Freund mit ihrer vermeintlich besten Freundin im Bett erwischt, ist das Fass voll: Sie schmeisst alles hin und fährt nach England, um dort das Set der Serie Beauchamp Hall, die in den 1920er Jahren spielt und wovon sie ein grosser Fan ist, zu besuchen. Was will sie jetzt tun? Mal abwarten und die Atmosphäre am Filmset geniessen
Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover gefällt mir sehr gut.
Die Originalausgabe erschien 2018 unter dem Titel Beauchamp Hall.
Winnie hat mir gefallen: Sie ist 38 Jahre alt, sympathisch, stark. Eine Schwäche an ihr war jedoch ihr Freund Rob aus meiner Sicht ein Schmarotzer und ich habe nicht verstehen können, wieso sie bei ihm blieb. Er kommt zwar zum Übernachten zu ihr, aber kann am Morgen, wenn er vor ihr das Haus verlässt, nicht kurz Schnee schippen. Nein, denn es ist ja ihr Haus, also ihre Aufgabe. Oh, sehr charmant! Und so geht es in vielen Dingen. Sie unternehmen so gut wie nie etwas zusammen; es geht immer nur um das Eine. Für mich dauerte es viel zu lange, bis sie sie ihn rausschmiss und ihre Freundin gleich mit.
In England taucht sie in eine ganz andere Welt ein: Sie ist begeistert vom Schloss und dem ganzen Drumherum. Sie fühlt sich zu Hause. Wie kann das sein? Sie darf eine Statistenrolle übernehmen und als Mädchen für alles ein paar Botengänge erledigen aufregend! Dabei lernt sie Nigel kennen, einen der Filmtechniker. Sie mag ihn. Sehr sogar. Kann es sein, dass eine neue Liebe ausgerechnet in England auf sie wartet?
Was mir an diesem Buch am besten gefallen hat, war der Mut, den Winnie bewies, indem sie aus ihrem bisherigen Leben ausgebrochen und nach England gefahren ist. Wenn sie nur einen Ausflug dorthin gemacht hätte, wäre es ja nicht so aussergewöhnlich gewesen, aber sie bleibt einfach mal für längere Zeit dort und schaut, wohin es sie treibt. Glücklicherweise hatte sie ein paar Ersparnisse im Gepäck, so dass sie sich das leisten konnte. Der Ausgang der Geschichte ist märchenhaft-kitschig, aber das darf es auch mal sein; 3 Sterne.