Dieser Roman, obwohl nur 228 Seiten lang, ist voll mit allen aktuellen Themen unserer Gesellschaft, angefangen bei der Corona-Krise bis hin zu generellen politischen Themen wie sie täglich präsent sind und - wie auch hier - immer wieder gerne in Talkshows diskutiert werden.
Doch hier kommt es zum Eklat, und der Weg dorthin wird akribisch skizziert. Es werden keine Fragen beantwortet - sie werden nur aufgeworfen. Dabei geht es, genau wie im Klappentext beschrieben, um Spaltung, überzogene Polarisierung, Wunden, Verletzungen und Extreme. Und ich finde, dass Dennis Kornblum anhand der kontroversen Meinungen der Journalistin Jasmina Lorentz und des Autors Jascha Wrobel sehr gut beschreibt, dass es wohl so gut wie unvermeidlich ist, den persönlichen Hintergrund mit in Diskussionen zu nehmen, die doch eigentlich gesellschaftspolitisch sind.
Hier legt Dennis Kornblum den Finger in die Wunde, denn mir hat sich hauptsächlich die Frage gestellt: Wie weit darf Provokation gehen, wenn die provozierende Person vermeintlich im Recht ist?