Wir haben schon manche Schlacht zusammen geschlagen und auch diese werden wir Seite an Seite bestehen. Wir werden gemeinsam kämpfen und entweder siegen, oder gemeinsam fallen. Doch allein werden wir nie sein.
Was die Bewohner von Gut Falkenbach im Frühling des Jahres 1944 aufrecht hält ist die Gewissheit, dass sie sich bedingungslos aufeinander verlassen können. In Deutschland herrscht seit mittlerweile viereinhalb Jahren Krieg. Angesichts des sinnlosen Sterbens drohen Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Trauer über das sinnlose Sterben die Oberhand über die Menschen zu gewinnen. Eine Gruppe mutiger Widerstandskämpfer, unter ihnen der deutsche Offizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg, versucht, die nationalsozialistische Schreckensherrschaft durch ein Attentat zu beenden. Historische Fakten bilden den Hintergrund im vierzehnten Band dieser Buchreihe, die wohlbekannten Figuren aus den Vorgängerbänden versuchen, den Wahnsinn und das sinnlose Morden irgendwie zu überstehen. Eine latente Gefahr wird zur echten Bedrohung und ein ausgeklügelter Plan des Patriarchen Paul-Friedrich von Falkenbach sorgt für Spannung im Buch.
Der Fokus liegt vorrangig auf den Ereignissen auf dem Gut. Die Autorin macht aber auch Abstecher zu Gustav an der Front und nach Amerika, wo Irma das Kriegsgeschehen in Deutschland anhand von Zeitungsberichten verfolgt. Ein Handlungsstrang schildert eine riskante Aktion von Johannes und Wilhelmine, während Hitlers Bluthund Alfred Breuer nach wie vor versucht, seinen erbitterten Feind Paul-Friedrich und dessen Familie zu Fall zu bringen.
Ellin Carsta bezieht die Familienmitglieder sowie altbekannte Nebenfiguren in die Handlung ein und der Leser verfolgt auf diese Weise die Ereignisse rund um die verschiedenen Charaktere mit. Historische Fakten wurden gekonnt eingebracht, ein ausführliches Nachwort informiert darüber, welche Charaktere und Szenen historisch belegt, und welche hingegen der schriftstellerischen Freiheit der Autorin geschuldet sind. Die Eckdaten und Ereignisse des Handlungszeitraums wie auch die Lebensumstände wurden gekonnt mit der Haupthandlung verflochten, die sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten erstreckt.
Die Charakterzeichnung der Haupt- und Nebenfiguren besticht durch hohe Authentizität. Ellin Carsta beschreibt die einzelnen Personen überzeugend und haucht ihnen Leben ein. Die authentischen Figuren und deren starke persönliche Entwicklung zählen für mich zu den Highlights dieser Reihe. Was mir besonders gefällt ist der wunderbar flüssige und einnehmende Schreibstil der Autorin. Die aktuelle Neuerscheinung fesselt von der ersten Seite an und lässt den Leser hautnah am Schicksal der Hauptfiguren teilhaben. Ellin Carsta gelingt es mühelos, eine Atmosphäre zu erschaffen, die einen nicht mehr loslässt.
Das ansprechenden Buchcover ist wie gewohnt ein Blickfang. Die stimmige einheitliche Gestaltung hinsichtlich Schrift und Farbwahl hat für mich mittlerweile Wiedererkennungswert und vermittelt ein tiefes Gefühl der Vertrautheit mit der Welt von Falkenbach und ihren Bewohnern.
FAZIT: Die Stimme der Gewalt ist eine gelungene Fortsetzung der Reihe um Gut Falkenbach, das Buch hat mich sehr gut unterhalten. Figuren und Handlung harmonieren auf ganzer Linie, Entwicklungen wurden überzeugend dargestellt. Dank des einnehmenden und atmosphärischen Schreibstils liest sich das Buch wie von selbst, man kann es nach der letzten Seite nur schweren Herzens aus der Hand legen. Ich vergebe auch diesmal fünf Bewertungssterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung dafür. Um Geschichte und Charakterentwicklung optimal folgen zu können, empfehle ich jedoch das Lesen nach der ursprünglichen Erscheinungsreihenfolge. Die Handlung baut stark aufeinander auf, weshalb ein Quereinstieg aus meiner Sicht nicht empfehlenswert ist.