Sicherlich zurecht ein Klassiker, letztlich aber bloß ein langer Einstieg in eine komplexe Welt
Dieses Buch ist definitiv seiner Zeit voraus, das kann man nicht bestreiten. Ein Buch, das ein ganzes Genre geprägt und neue Standards gesetzt hat, verdient den Titel eines Klassikers, aber nicht jeder Klassiker ist auch automatisch gut, wenn man ihn in die heutige Zeit überträgt.Dune gehört nicht dazu. Es ist noch immer ein relevantes, äußerst komplex und intelligent geschriebenes Buch und gerade die politischen Themen sind extrem relevant, auch heute noch.Würde ich es unbedingt als Wüstenepos bezeichnen? Nein, zumindest noch nicht. Das Buch stellt eine gute Einleitung dar. Paul Atreides' Weg zum Muad'dib. Und auch wenn dieser Weg spannende Momente bereithält, Intrigen, Rache, Kämpfe, Verluste, so bekommt man am Ende des Buchs das Gefühl, dass es jetzt erst richtig losgeht. Das Buch ist lang und wirklich äußerst komplex geschrieben. Unnötigerweise muss man an der Stelle sagen. Ein Buch wird nicht besser je verwirrender und wissenschaftlicher es geschrieben ist. Das Buch springt viel hin und her. Zwischen den Perspektiven als auch zeitlich. Vielen Dingen wird sehr viel Raum gegeben, während andere nur beiläufig erwähnt werden; obwohl sie eigentlich mehr Tiefgang verdient hätten. Gerade der Mittelteil zieht sich, ohne dass viel passiert, am Ende passiert dann alles Schlag auf Schlag.Das Buch liest sich nicht leicht, was nicht nur daran liegt, dass es alt ist. Es ist nicht nur von der Sprache komplex, auch der generelle Inhalt erfordert Vorstellungskraft. Das Worldbuilding ist jedoch ausgereift und detailliert, was das Ganze erleichtert.Dune stellt für mich kein grandioses Meisterwerk dar, vielmehr ist es ein Einstieg, der die Grundpfeiler setzt und einen langsam in eine Welt und eine Geschichte einführt, die noch so viel mehr zu bieten hat und gerade erst beginnt.