Auch dieser Kriminalroman bestätigt das Faszinosum Fred Vargas ...
Männer denken in den Phasen höchster Lust bereits an das nächste Mal, bei denen es anders, (noch) schöner, noch befriedigender sein wird - so jedenfalls wird es berichtet. Bei diesem Krimi ist es zumindest ähnlich. Man will einfach mehr davon. Zum Glück gibt es inzwischen zehn Bände aus der "Adamsberg-Reihe"; auch dieser unterstreicht die Aussage, dass die Autorin Fred Vargas die "meistgelesene Autorin Frankreichs" ist.Auch in diesem Krimi gibt es einen Hauptfaden, einen horrenden Fall, dessen Lösung die gesamte Handlung durchzieht, sowie mehrere Nebenfäden, die diesen Fall (unter)stützen, ihn nähren, auch ein wenig ablenken, mit anderen Worten: dem Gehirn etwas zu tun gibt, die "Blicke" weitend. So entsteht nach und nach ein Gesamtkunstwerk von eleganter auch sprachlicher Schönheit. So brutal die Taten, so eigensinnig die Charaktere, sie erhalten durch das besondere, oft emotional getriebene, Arrangement gleichsam einen Charme, der das Gute letztlich in den Vordergrund schiebt und dabei sogar hin und wieder ein Lächeln in das Gesicht der Leser*innen zu zaubern vermag. In diesem Fall geht es um ein "Wütendes Heer" irgendwann am installiert, um einen Ort in der Normandie in Angst und Schrecken zu versetzen. Nun hat es sich wieder gezeigt, zumindest einer Frau, die aber nach Lesart der Dorfbewohner "nicht alle Tassen im Schrank" hat. Nichtsdestoweniger scheinen sich ihre Aussagen auf blutige Art und Weise zu bestätigen. Daneben wird ein Auto abgefackelt, blöd nur, dass darin noch eine Person saß. Das, scheinbar ganz nebenbei, auch noch eine Taube auf äußerst liebevolle Art gerettet wird, gibt dem Roman die emotionale Würze, die ein wohliges Schauern erzeugt. Nicht zu vergessen, der Zucker, dem hier eine entscheidende Rolle zukommt.Alles in allem ein weiterer (Kriminal-)Roman, welcher dem Faszinosum Fred Vargas mehr als gerecht wird.(18.12.2021)