Sofies Welt

Roman über die Geschichte der Philosophie. Originaltitel: Sofies verden. Empfohlen ab 14 Jahre.
Taschenbuch
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Der Weltbestseller von Jostein Gaarder. Die 15-jährige Sofie tauscht mit einem unbekannten Briefeschreiber philosophische Gedanken aus.
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Produktdetails

Titel: Sofies Welt
Autor/en: Jostein Gaarder

ISBN: 3423620005
EAN: 9783423620000
Roman über die Geschichte der Philosophie.
Originaltitel: Sofies verden.
Empfohlen ab 14 Jahre.
Übersetzt von Gabriele Haefs
dtv Verlagsgesellschaft

1. Dezember 1999 - kartoniert - 624 Seiten

Beschreibung

"Ein dickes Buch, mit spitzen Fingern angefaßt und mit Begeisterung zugeklappt: ein großer Wurf im wörtlichen wie übertragenen Sinn." Die Zeit
Mysteriöse Briefe landen im Briefkasten der 15jährigen Sofie Amundsen in Oslo. Was sollen diese Fragen: "Wer bist du?", "Was ist ein Mensch?" und "Woher kommt die Welt?". Sofie ist irritiert. Die Briefe werden ausführlicher und entführen sie in die abenteuerliche und geheimnisvolle Gedankenwelt der großen Philosophen. Ihr unbekannter Briefeschreiber erzählt Sofie die Geschichte Europas, der Antike, des Mittelalters und der Renaissance und dann nimmt die Geschichte eine unglaubliche Wendung.

Portrait

Jostein Gaarder, am 8. August 1952 in Oslo geboren, studierte Philosophie, Theologie und Literaturwissenschaft in seiner Heimatstadt und unterrichtete danach zehn Jahre lang als Lehrer Philosophie an Schulen und in der Erwachsenenbildung. Daneben schrieb er Romane und Erzählungen für Erwachsene und Kinder. 1982 debütierte er mit der Novelle >Katalog<, 1986 erschien sein erster Erzählband für Erwachsene, 1987 das erste Kinderbuch. Nach seinem Welterfolg mit >Sofies Welt< 1993 konzentrierte er sich ganz auf das Schreiben. >Sofies Welt< wurde mittlerweile in 54 Sprachen übersetzt und wurde zu einem Weltbestseller. 1999 wurde das Buch verfilmt. Heute lebt Jostein Gaarder mit seiner Frau Siri, einer Theaterwissenschaftlerin, und seinen zwei Söhnen in Oslo.

Pressestimmen

"Statt trockenem Lehrbuch gibt es hier Wissen zum Anfassen, spannend bis zur letzten Seite."
Wetzlarer Neue Zeitung 02.08.2007

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 17.06.1997

Das Transplantat
Streit um Sofies klitzekleine Welt

Bis vorige Woche hatte der norwegische Autor Jostein Gaarder noch allen Grund, seiner eigenen Botschaft - der universellen Sprache der Philosophie - zu trauen. Schließlich war es ihm mit "Sofies Welt" gelungen, abendländische Geistesgeschichte in einem Kinderbuch aufzubereiten und bislang zwölf Millionen Leser - ob jung, ob alt - in aller Welt damit zu erreichen. Wahrlich ein starkes Argument für die grenz- und traditionsüberschreitende Kraft des tiefen Gedankens. Dann veröffentlichte der dänisch-türkische Übersetzer Gülay Kutal die Bilanz einer kritischen Lektüre der amerikanischen Ausgabe - und Sofies Welt geriet ins Wanken.

Was Kutal fand oder vielmehr nicht fand, versetzte den Autor und halb Norwegen in Rage. Die Zitate und gelehrten Anspielungen nämlich, die Gaarders Gedankengänge erhellen sollten und die er deshalb bei den klügsten Köpfen seiner Schulbildung exzerpiert hatte, waren samt und sonders verschwunden. Statt aus Knut Hamsuns Roman "Victoria" wird in der amerikanischen Ausgabe aus John Steinbecks "Von Mäusen und Menschen" zitiert. Wo im Original vom norwegischen Nationaldichter Henrik Wergeland die Rede war, taucht unversehens Lord Byron auf.

Die Übersetzerin Paulette Møller, eine Dänin, ist wegen ihrer schwerwiegenden Eingriffe heftig angegriffen worden. Was sie mit den willkürlich ausgetauschten Autoren bezweckte, ist klar: Sie wollte vorauseilend Vertrautheit bei einem Lesepublikum schaffen, das sie nur mit den eigenen kulturellen und sprachlichen Traditionen vertraut glaubt. Wie soll, mag die Übersetzerin gedacht haben, ein amerikanischer Jugendlicher Gedanken von Bjørnstjerne Bjørnson auf den Grund gehen, wenn er noch nicht einmal dessen merkwürdigen Namen lesen, geschweige denn aussprechen kann? Also wurde der nordische Romancier des frühen Realismus gestrichen und gegen sein britisches Pendant Thomas Hardy ausgetauscht. Zumindest mit dem Vornamen "Oliver" ist dieser Mann jedem Kind ein Begriff.

Immerhin hat die Übersetzerin versucht, was Epoche und Autorentypus angeht, das richtige Transplantat zu finden. Der früh verstorbene und hochfliegende Romantiker Wergeland wurde gegen den Kraftmeier Byron ausgetauscht, dem gleichfalls nicht viele Jahre auf Erden beschieden waren. Ob Steinbeck allerdings ein gleichwertiger Ersatzautor für Hamsun war? Angesichts von den faschistischen Alterssünden des Norwegers hätte man Ezra Pound nehmen können.

Gaarders amerikanischer Verlag, das große und renommierte Haus Strauss & Giroux, scheint die Eingriffe gutgeheißen zu haben. Auch die literarische Agentur, die das Geschäft betreute und die Übersetzerin auswählte, versucht die rigide Übertragungspraxis zu rechtfertigen. Es gehe um ein Jugendbuch; da müsse man die Querverweise dem Horizont der Leserschaft ein wenig anpassen. Ironischerweise hat es dabei allesamt Schriftsteller aus genau dem Land erwischt, aus dem auch der Autor von "Sofies Welt" stammt. Gaarders liebevolle Exkurse in die norwegische Nationalgeschichte hat kein amerikanischer Leser mitbekommen können. Der aufsässige Wikingerkönig Sverte und Ivar Aasen, Schöpfer der neunorwegischen Sprache und Identität - beide wurden ersatzlos gestrichen. Die stolzen Norweger, die zu Unrecht vermeinten, ihr Weltbestseller trüge auch allerhand Wissen über die norwegische Kultur in die Welt, hat das auf die Palme gebracht.

Offenbar glaubte man in Amerika mit der Heldin des Buches, der vierzehnjährigen Sofie Amundsen aus der norwegischen Kleinstadt Lillesand, schon genug Exotik zu transportieren. Das Werk, das die kulturstiftende Kraft des Fragens explizierte, wurde also stromlinienförmig zusammengestrichen, damit es keine Fragen mehr gebe. Gaarder beteuert, nichts von der Umarbeitung mitbekommen zu haben, und brandmarkt die Eliminierung des ursprünglichen Sinnzusammenhangs als "ethnozentrisch": "Auf dem amerikanischen Markt wird ja alles amerikanisiert." Dem Verkauf hat das übrigens keineswegs geschadet. Bis heute wurden in Nordamerika eine Million Exemplare abgesetzt. Gaarder versetzte das in die Lage, seinen Job als Lehrer aufgeben und sich in Oslo ganz der philosophischen Wünschelrutenpädagogik widmen zu können. Vor zwei Wochen hat er aus den stolzen Erträgen seines Werkes eine "Sofie-Stiftung" ins Leben gerufen, die künftig einmal im Jahr einen Umweltpreis in Höhe von 160000 Mark vergibt.

Die Sofieninflation ist damit allerdings noch längst nicht abgeklungen. Das Buch gibt es neuerdings in bebilderter Version auf CD-Rom sowie im Internet. An einer Theaterversion wird gearbeitet, und nächstes Jahr bringt man hierzulande das philosophiehistorische Opus sogar als Musical auf die Bühne - Aristoteles als Potpourri, Sartre als Chanson. Nicht einmal der phantasievolle Gaarder selbst kann sich vorstellen, "was das werden soll". Seinen Kinderglauben an die universelle Vermittlung humaner Grundwerte mußte er jetzt ohnehin mit einer gehörigen Portion philosophischer Skepsis würzen. "Wenn Sie wissen wollen, wer ich bin", hatte der Autor mit der Vorliebe für direkte Daseinsfragen geäußert, "müssen Sie meinen norwegischen Hintergrund betrachten." Augenscheinlich will und soll eine Million amerikanischer Leser aber überhaupt nicht wissen, wer Jostein Gaarder ist.

Vor einigen Wochen schwärmte dieser in einem Interview noch davon, das Internet könne "eine globale Identität" herausbilden. Doch das "globale Dorf", zu dem sich unsere Welt im Zeichen der Computervernetzung entwickelt, gleicht eben keineswegs einer norwegischen Fjordsiedlung mit Stabkirche, sondern einzig einem Tankstellenkaff im Mittleren Westen. Wenn hier in der Dorfbücherei die Titel von ein paar angelsächsischen Rumpfautoren stehen und als Kreuzworträtselwissen abrufbar bleiben, dann ist das allemal der Gipfel der Globalkultur. Deshalb sollte man bei "Sofies Welt" auf Amerikanisch nicht von einer Übersetzung, sondern lieber von einer sorgsamen Transplantation sprechen. Im Filmgewerbe sind ähnliche Praktiken schon seit langem üblich. Europäische Werke, die man in Amerika profitabel absetzen möchte, werden mit marktgängigen Stars aus Hollywood einfach noch einmal gedreht. Daran gemessen, ist das amerikanische Bewußtsein mit dem Buch noch gnädig verfahren.

Für das nächste Internet-Update von "Sofies World" bieten sich demnach noch allerhand nützliche Vereinfachungen an. Man sollte unbedingt Sokrates durch Pete Sampras (beide griechischer Abstammung) ersetzen und den Namen Amundsen endlich durch Scott (beide Polarforscher) austauschen. Aus Kierkegaard würde dann Billy Graham (beides Theologen), aus Friedrich Nietzsche Ronald Reagan (beide Altersdemenz). Und Jostein Gaarder eroberte endgültig den Globalmarkt unter dem Namen von Michael Jackson (beide weißhäutig). DIRK SCHÜMER

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Bewertungen unserer Kunden
Selbst für Philosophie-Muffel interessant!
von TrustInTheLord - 04.08.2016
Ich habe das Buch vor vielen Jahren gelesen, wahrscheinlich war ich damals um die 13 Jahre alt. Davor hat mich Philosophie nicht interessiert und erst recht nicht die Geschichte der Philosophie. Aber während ich dieses Buch gelesen hatte, fand ich das alles unglaublich interessant und verständlich. Die philosophischen Fakten sind einfach erstaunlich gut in die Geschichte eingebettet und auch abwechslungsreich und spannend erzählt, sodass man einfach ständig weiterlesen möchte. An die Geschichte selbst kann ich mich heute kaum noch erinnern, aber ich weiß, dass ich sie sehr gemocht habe und fasziniert war. Ich verbinde nur Positives mit diesem Buch und will es unbedingt wieder lesen! Auch jetzt noch, knapp zehn Jahre später und wahrscheinlich auch noch in zehn Jahren. Ich kann daher das Buch nur weiterempfehlen, und nicht nur an Jugendliche!
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