Empfehlenswert für alle die von sexueller Gewalt, Victimblaming, Sexismus, Rassismus (...) nicht getriggert werden. Mehr in meiner Rezi.
Zuerst wollte ich eineTriggerwarnung aussprechen. Denn es geht auch um sexuelle Gewalt, Victimblaming, Sexismus, Rassismus und Transfeindlichkeit (ich hoffe ich hab nichts vergessen). Eine andere Rezensentin hat diese Themen bereits in ihrer Rezension angesprochen, auch wenn ich finde das sie ziemlich unfair ihre Kritik an den Autor gerichtet. Denn der war angesichts dieser Themen wohl seiner Zeit weiter voraus als viele seiner Kollegen die diese Themen behandelten. Denn schließlich formen wir Menschen schließlich unsere moralischen Werte auch durch Film und Literatur. Die Bösewichte in seiner Geschichte bedienen sich aller dieser genannten widerlichen -Ismen. In der Realität sind diese Täter oft genauso wie hier im Buch geschrieben. Der Autor beschönigt all dies auch nicht und lässt echt kein gutes Haar an ihnen. Doch die Helden und Heldinnen seiner Geschichte zeigen was man auch im wahren Leben machen sollte. Sie zeigen Zivilcourage, auch dann wenn sie Angst haben und selbst bedroht werden. Ein Beispiel will ich hier beschreiben:Einer der Protagonisten wird Zeuge eines Hassverbrechens an einer Transperson. Zwei Polizisten schickanieren diese und werden auch gewalttätig. Eindeutig Machtmissbrauch seitens der Polizei. Der Protagonist der hohes Gespür und Bedürfnis nach Gerechtigkeit hat greift ein und versucht sich für die Transperson, die ihm vollkommen fremd ist, einzusetzen und wird daraufhin von den Polizisten selbst bedroht. Doch er gibt nicht auf, trotz das er Angst hat.Und das meine ich auch damit, das der Autor seiner Zeit weit voraus war. Denn die erste Auflage wurde glaub ich in den 90ern geschrieben. Also keine Zeit wo man sich als Autor bei vielen Lesenden Sympathiepunkte verschafft, wenn einer der Vorbilder in der Geschichte sich für eine queere Person einsetzt oder auch nur ansatzweise Queerfeindlichkeit als böse dahinstellt. Denn Queerfeindlichkeit war damals selbst unter den kultiviertesten Leuten gang und gebe, oder vielleicht gerade in dieser Gesellschaftsklasse, insbesondere eine Transpersonen. An dieser Stelle möchte ich gleich in die Handlung einsteigen:Berrington Jones (ein Nebencharakter, der allerdings gut zum vorherigen Geschriebenen von mir passt) hält sich nämlich für einer der kultiviertesten Menschen der USA, wenn nicht sogar der Welt. Und von außen wird er auch von allen so wahrgenommen. Er ist Akadamiker mit einer gewählten Sprache, hält viel von seinem stilvollen und eleganten Kleidungsstil und schlechte Tugenden wie Leuten hinterherspionieren fällt unter seine Würde. Er betrachtet kriminelle als "Abschaum" und Menschen mit dunkler Hautfarbe als "Menschen zweiter Klasse". Also im Innern ein echter Widerling der nur aufgrund von Äußerlichkeiten und materiellem Besitz zur gehobenen und damit "kultivierten Gesellschaft" gehört. Wenn er selbst diese Geschichte geschrieben hätte, hätte er sich selbst wohl als Helden der Geschichte hinein gesetzt, der das Land vor seinem Untergang bewahrt. Er und seine zwei alten Freunde haben so richtig widerliche Dinge vor mit dem Land, was er natürlich als "Rettung" betrachtet. Sie haben viel politische Macht und ziehen insgeheim an den einen oder anderen Strippen, fordern den ein oder anderen Gefallen ein um ihre schmutzigen Geheimnisse zu bewahren, denn der Duft des Geldes und der Macht ist einfach zu gut. Auch wenn sie sich stets selbst vormachen das sie all das natürlich nur zum Guten einsetzen [werden]...wenn nur nicht diese brillante, entschlossene und extrem hartnäckige Wissenschaftlerin ihnen immer wieder in die Quere kommen würde und eins nach dem anderen aufdecken würde. Doch so viel kann ich schreiben, das es spannend wird auch wenn ich die ersten 100-150 Seiten Probleme hatte in die Geschichte hineinzufinden. Vielleicht auch deshalb weil ich mich erstmal an diese ganzen -Ismen gewöhnen musste. Aber dann baute sich bis zum Schluss schrittweise eine Spannung auf die kein einziges Mal an Höhe verlor. Wer schnell liest wird das Buch ab Seite 150 oder 200 wohl nicht mehr aus der Hand legen können. Leider bin ich keine schnelle Leserin, so das ich die Spannung jeden Abend wieder mit ins Bett nehmen musste und mich beim Einschlafen noch gefragt habe wie es wohl weiter geht.Von mir gibt es 4 von 5 Sternen. Ein Stern abgezogen weil der Anfang doch eher schleppend war.