Leiser Roman über eine Mutter-Tochter-Beziehung. Mit kleineren Schwächen.
Eine liebe Freundin ist ein großer Fan von Kristine Bilkau. Daher stand der Roman spätestens mit der Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse auf meiner Leseliste.Ich hörte das Hörbuch und hatte mit der Sprecherin so meine GeschmacksProbleme, was aber keinen Einfluss auf die Bewertung des Romans nimmt. schon allein, weil ich das Hörbuch nicht abbrechen wollte, das spricht ja definitiv fürs Buch.Beim Buch selbst gefällt mir die leise, zurückhaltende Schilderung der Mutter-Tochter-Beziehung und die Darstellung der Protagonistin und Ich-Erzählerin als Frau im mittleren Alter (Ende 40), die hier viel über sich selbst lernt. Vermutlich hallt das bei mir so gut wider, weil ich fast im selben Alter bin, auch, wenn ich von einem erwachsenen Kind noch weit entfernt bin. Ein Highlight fand ich die Beziehung zu der neuen Nachbars-WG Mitte 30. Neben der Mutter-Tochter-Beziehung und der Trauerbewältigung des längst verstorbenen Mannes nimmt die Reflexion über Klimakrise und Klimabewegung einen großen Stellenwert ein. Dieses Thema ist mir sehr wichtig und ich finde es auch wichtig, dass es in einem eher leichteren Roman behandelt wird. Dennoch erschien es mir manchmal zu didaktisch behandelt, das kann aber auch daran liegen, dass ich die Fakten schon wusste. Beim Plot schien mir einiges zu vorhersehbar (ein Schlagwort ohne spoilern zu wollen: Familienversicherung), und die Gedanken der Ich-Erzählerin verlieren sich manchmal vom Hundertsten im Tausendstem. Trotzdem mochte ich den Roman und würde ihn wohl auch mit 4 Sternen bewerten, beim Hörbuch hab ich nochmal einen halben Stern abgezogen..Ein leiser Roman mit wichtigen Themen, aber auch ein paar Schwächen, den ich mit 4 Sternen bewerte.