Eine Geschichte, die zur Pflichtlektüre in höheren Klassen in der Schule gemacht werden sollte.
Wir begleiten in "kein Ort dieser Welt" Fiona, die dadurch, dass ihr Vater die Familie verlassen hat, von ihrer Mutter und ihrem Bruder entfremdet ist. Auch zu ihren ehemals besten Freund hat sie den Kontakt verloren. Zusätzlich kämpft sie in der Schule noch mit physischer und psychischer Gewalt("Mobbing") durch ihre Mitschüler*innen. Ihr Leben ist also alles andere als leicht. Für sie ist jedoch das schreiben von Gedichten ein Ventil, um mit dem leben zu können, was sie täglich erfährt. Als sie auf der Party ihres Bruders einen beginnenden s*xuellen Übergriff mitbekommt, stellt sie sich mutig in den Weg des Täters und kann somit noch Schlimmeres verhindern. Gleichzeitig entwickelt sich durch das Band, dass die beiden Mädchen verbindet ein Grund zur Hoffnung. Ich habe sehr lange an dem Buch gelesen, da ich es immer wieder weglegen und verarbeiten musste. Was Marie Döling da in wunderschöne Worte und noch schönere Gedichte verpackt, ist etwas, dass man niemandem wünscht und wozu zumindest jede Frau* jedoch eine Geschichte kennt. Dieses Buch tut weh, gerade weil es so ehrlich und roh ist und weil man immer wieder an die Grenzen des ertragbaren herangebracht wird. Und dieses Buch macht wütend, weil es die unfaire Realität zeigt. Und dieses Buch macht traurig, denn das was passiert ist still und leise und von Außen nicht sichtbar und doch leiden die Personen so sehr darunter, dass es sie beinahe zerreißt. Trotzdem gibt dieses Buch Hoffnung. Hoffnung dafür, dass es Menschen gibt, die nicht wegsehen, die etwas sagen, die auf Grausamkeit Freundlichkeit folgen lassen, die sich reflektieren und aus Fehlern lernen. Fionas Reise hat mich unendlich doll bewegt und ich habe das Buch seitdem jeder meiner Freundinnen empfohlen, denn wir alle sind ein klein bisschen Fiona. Ich denke aber auch, dass Jungs/ Männer dieses Buch lesen sollten. Um anzufangen zu verstehen, sich selbst zu erkennen, die Graustufen die zwischen "Täter" und "kein Täter" liegen. Und vielleicht erkennen auch sie sich in Fiona wieder. Große Leseempfehlung von mir aber nur wenn ihr das auch lesen könnt. Lest bitte unbedingt die Triggerwarnung. Ihr seid nicht allein. Holt euch Hilfe, wenn ihr diese braucht.