In der Pfarrkirche von Essing wird eine junge Sängerin tot aufgefunden. Während ihr Tod zunächst wie ein Unfall wirkt, entdeckt Dorfschnüfflerin Mary dunkle Geheimnisse im Chor. Als ein weiterer Mord geschieht, beginnt sie eine gefährliche Suche nach der Wahrheit.
Ich habe das Buch regelrecht verschlungen und war viel zu schnell am Ende angekommen.
Der gewohnt lockere, flüssige und bildhafte Schreibstil macht das Lesen zu einem echten Vergnügen. Die Mischung aus Spannung, Humor und bayerischem Lokalkolorit funktioniert auch diesmal hervorragend. Essing und seine liebenswerten, manchmal etwas schrulligen Bewohner fühlen sich inzwischen fast wie ein zweites Zuhause an.
Mary ist für mich nach wie vor eine unglaublich sympathische Hauptfigur. Sie ist empathisch, authentisch und meistert nicht nur ihre Ermittlungen, sondern auch das turbulente Familienleben, das diesmal wieder einige überraschende Wendungen bereithält. Besonders Opa sorgt mit seiner Art und seiner unerwarteten Liebesgeschichte immer wieder für herrlich amüsante Momente.
Der Kriminalfall selbst ist raffiniert aufgebaut und hält bis zum Schluss einige Überraschungen bereit. Gleichzeitig greift Marion Stadler mit dem Thema häusliche Gewalt ein ernstes und leider hochaktuelles Thema auf. Dieses wird sensibel und glaubwürdig in die Handlung eingebunden, ohne die Leichtigkeit der Reihe völlig zu verlieren. Gerade diese Mischung aus nachdenklichen Momenten, Spannung und Humor macht das Buch für mich besonders gelungen.