**** Mein Eindruck ****
Dieser Roman lebt vor allem von seinem schwedischen Setting. Die Insel Halsterö ist durchweg präsent und verleiht der Geschichte eine angenehme Atmosphäre. Gerade die Namen der Figuren und Orte ließen mich immer wieder spüren, wo ich mich befinde. Es geht um die Villa Hilda, die Neueröffnung eines Gästehauses und um Geschichten des Hauses, die ihre Wurzeln in der Vergangenheit haben. Dabei fühlt sich die Handlung wie eine Episode aus dem Leben an zwischen Alltag, Arbeit und neuen Gefühlen, ohne dabei übermäßig romantisiert zu wirken.
Gut gefallen haben mir die authentischen Dialoge und der angenehme Schreibstil der Autorin. Die Figuren stehen mitten im Leben, bringen ihre eigenen Geschichten und Eigenheiten mit und wirken dadurch glaubwürdig. Immer wieder entstehen klare Bilder vor dem inneren Auge Gerüche, Gesichtsausdrücke und kleine Gesten lassen die Szenen lebendig werden. Genau diese Momente haben mich abgeholt. Auch das Cover ist wunderschön gestaltet und bildet gemeinsam mit dem zweiten Band eine stimmige Einheit eine liebevolle Idee.
Was mich allerdings nicht in die Geschichte hineinziehen konnte, war die durchgängige Grundstimmung. Vieles war von Selbstzweifeln und einer gewissen Schwere geprägt. Gejammer statt Wachstum. Für einen Wohlfühlroman hätte ich mir etwas mehr Leichtigkeit und positive Energie gewünscht. Dadurch war ich stellenweise eher genervt als berührt und überlegte regelmässig abzubrechen. Umso schöner waren dann wieder die typisch schwedischen Szenen und die bildhafte Erzählweise, die mich sofort zurück in die Geschichte geholt haben.
**** Empfehlung? ****
Für alle, die ruhige Wohlfühlromane mit skandinavischem Setting, authentischen Figuren und viel Alltagsnähe mögen. Wer auch Gemecker etwas abgewinnen kann, wird sich auf Halsterö sicherlich wohlfühlen und die Geheimnisse lüften wollen.