Manchmal muss man losfahren, um wieder bei sich selbst anzukommen
Nicole Bergmann hat mich hier auf eine ganz besondere Reise mitgenommen. Nicht nur nach Australien, sondern vor allem zu der Frage Wann habe ich eigentlich aufgehört, auf mich selbst zu achten?
Franzi ist erschöpft. Zwischen Familie, Haushalt und Job versucht sie, alles zusammenzuhalten und es allen recht zu machen. Das Gedankenkarussell steht niemals still und irgendwann zieht ihr Körper die Notbremse. Plötzlich wird klar, so kann es definitiv nicht weitergehen.
Ihr Wunsch nach einem Roadtrip durch Australien klingt für mich dabei nach so viel mehr als nur nach Urlaub. Denn es geht um Weite statt Enge, um Meeresrauschen statt Termindruck und darum, endlich einmal wieder Luft zu holen.
Ich mochte Franzi als Protagonistin unglaublich gern, gerade weil sie so nahbar ist. Dieses Gefühl, funktionieren zu müssen und dabei selbst irgendwo auf der Strecke zu bleiben, ist etwas, in dem sich vermutlich viele wiederfinden können.
Besonders gut gefallen hat mir, dass das Buch nicht einfach nur die große Auszeit vom Alltag erzählt, sondern sich auch mit Partnerschaft, Aufgabenverteilung, Mental Load und den eigenen Bedürfnissen auseinandersetzt. Die Reise wird dadurch zu einem Prozess, bei dem Franzi wieder ein Stück weit zu sich selbst findet.
Die Australien-Kulisse hat mich komplett abgeholt! Die Vorstellung, mit dem Wohnmobil durch dieses faszinierende Land zu reisen, hat bei mir sofort Fernweh ausgelöst.
Für mich ein wirklich warmherziger, ehrlicher und gleichzeitig mutmachender Roman. Eine Geschichte darüber, dass es nicht egoistisch ist, sich selbst wichtig zu nehmen. Dass man nicht immer nur funktionieren muss. Und dass eine Partnerschaft nur dann wirklich auf Augenhöhe sein kann, wenn die Bedürfnisse beider Menschen zählen.