Schilf lebt von etwas, das er selbst nicht ganz ernst nimmt: Er handelt mit Geld, das ihm egal ist, für Menschen, die ihm egal sind. Dafür hat er ein eigenes System entwickelt, die Methode Jon: Spenden, um das Gewissen zu beruhigen. Spielen, um alles wieder zu zerstören. Dazwischen: Lorazepam, Schlafl osigkeit und ein Bewusstsein, das sich immer wieder aus sich selbst herauslöst. Gedanken, die sich überschlagen, zerfallen, neu zusammensetzen. Ein Ich, das nicht zuverlässig anwesend ist. Dann ein Anruf ohne Ursprung. Eine Stimme, die zu viel weiß. Ein Mädchen im Aufzug, das nicht dorthin gehört. Plötzlich wird er Teil eines ebenso absurden wie gefährlichen Coups und fi ndet sich mit einer Gruppe Fremder Kriminellen, einem Künstlerpaar und zwei Fassadenreinigern auf einem abgelegenen toskanischen Bauernhof wieder. Was zunächst wie eine zufällige Störung des Systems wirkt, verschiebt allmählich die Ordnung der Dinge. Seine Wahrnehmung wird instabil. Zeit verliert ihre Richtung. Realität beginnt, ineinander zu kippen. Und Schilf steht plötzlich im Zentrum einer Welt, die sich selbst beobachtet.