Ein Laden voller Hygge-Glück ist ein klassischer Wohlfühlroman. Die Dänin Clara landet im verschlafenen englischen Dorf Yulethorpe und belebt dort einen ehemaligen Spielzeugladen wieder. Clara bringt dabei dänisches Hygge in den Ort, der wirtschaftlich in gemeinschaftlich in einer Krise steckt. Dort trifft sie nicht nur auf Dorfbewohner, sondern auch auf Joe, den erfolgsorientierten Sohn der Ladenbesitzerin, der mit Claras Lebensstil so gar nichts anfangen kann.
Das Buch liest sich flüssig und ist eindeutig darauf ausgelegt, den Leser in eine angenehm warme, entspannte Stimmung zu versetzen. Die Beschreibungen des Ladens, der Winteratmosphäre und der dörflichen Gemeinschaft sind liebevoll und vermitteln ein gemütliches Lesegefühl.
Allerdings hat gerade dieser Stil auch seine Schattenseiten. Für Leserinnen und Leser, die sich eine tiefgründigere Handlung oder überraschende Wendungen wünschen, bleibt die Geschichte eher vorhersehbar. Bereits nach wenigen Kapiteln lässt sich erahnen, wie sich Claras und Joes Beziehung entwickeln wird, und auch das generelle Ende der Handlung folgt klassischen Wohlfühl-Mustern. Die Romantik, die Selbstfindung und die Veränderungen des Dorfes sind nett erzählt, aber sie überraschen kaum.
Der Schreibstil selbst ist einfach und leicht zugänglich, das Buch lässt sich schnell lesen. Für mich persönlich wirkte der Stil aber stellenweise zu schlicht, fast ein wenig zu glatt, was dazu führt, dass die Charaktere und ihre Konflikte nicht wirklich tiefgehend erkundet werden. Clara ist durchweg sympathisch und optimistisch, ihre wahren Beweggründe bleiben sehr lange unentdeckt. Joe ist am Anfang der typische Karriere-Typ, der sich allmählich ins Gegenteil wandelt, aber auch seine Entwicklung folgt klaren, vorhersehbaren Mustern.
Die Nebenfiguren und das Dorfleben tragen zwar zur Atmosphäre bei, bekommen aber kaum Raum, um wirklich eigenständige Charaktere zu werden.
Was Ein Laden voller Hygge-Glück jedoch gelingt, ist eine gewisse Leichtigkeit, die ich als angenehm empfand. Wenn man den Anspruch an literarische Tiefe herunterschraubt, kann man das Buch als kurzweilige, stimmungsvolle Geschichte lesen, die ein positives Lebensgefühl vermittelt.
Insgesamt lässt sich sagen, dass das Buch unterhaltsam, leicht verständlich und ideal für entspannte Lesemomente ist, aber zugleich vorhersehbar und inhaltlich relativ oberflächlich bleibt.
Fazit (3 Sterne):
Ein nett erzählter Wohlfühlroman mit einer gemütlichen Atmosphäre, der die Grundzüge des Genres sehr gut bedient. Gleichzeitig bleiben Handlung und Figurenentwicklung recht vorhersehbar und eher einfach gestrickt, so dass das Buch zwar angenehm zu lesen, aber kein bleibender Favorit ist.