Zwischen den Hügeln des Westerwaldes: Der Windhof
Manche Bücher findet man zufällig - und sie treffen einen dann genau dort, wo man es nicht erwartet. Der Windhof war so ein Buch für mich. In der Onleihe entdeckt, wegen des bekannten Schreibstils von Sonja Roos angefangen ... und am Ende mit einem Kloß im Hals und Tränchen beendet. Es war emotional.Die Geschichte erzählt auf zwei Zeitebenen, und vor allem Lenes Schicksal in den Jahren 1936 bis 1945 hat mich tief bewegt. Diese Kapitel waren schmerzhaft, still, manchmal kaum auszuhalten - und gleichzeitig so wichtig. Lenes Geschichte hat mich nicht mehr losgelassen, sie hat mich nachdenklich gemacht und innerlich sehr berührt.In der Gegenwart begleiten wir Mel, die nach einem schweren Verlust fast vergessen hat, wie sich Leben anfühlt. Zu lesen, wie sie durch den Windhof, durch Lene, durch die Stimmen der Vergangenheit und durch die Familiengeheimnisse langsam wieder zurückfindet, war unglaublich schön. Dieser leise Weg aus der Trauer, dieses vorsichtige Öffnen, dieses Wieder-atmen-Lernen - das hat mein Herz ganz leise berührt. Auch die Annäherung zwischen Lene und Mel ist so zart, so ehrlich und voller Wärme erzählt, dass man sie einfach fühlen muss.Und dann dieser Ort: der Westerwald, rau und still, voller Erinnerungen. Der Windhof ist nicht nur ein Haus, sondern ein Gefühl - ein Ort, der Schmerz bewahrt und gleichzeitig Heilung zulässt.Der Windhof ist ein Buch, das bleibt. Ein Roman über Verlust, Liebe, Erinnerung und die Kraft, trotz allem wieder weiterzugehen. Für mich eine echte Leseempfehlung, wenn man Familiengeschichten mag.¿¿¿¿¿