Die Geschichte spielt im Sommer in Konstanz und genau das ist für mich auch einer der Punkte, die mir wahnsinnig gut gefallen haben. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, direkt dort in der Innenstadt zu stehen. Ein toller und fast schon liebevoll gezeichneter regionaler Einblick, der für mich sehr gut zur Geschichte gepasst hat.
Doch auch die Geschichte an sich konnte für mich überzeugen. Der Fall war spannend, hat für Überraschungen gesorgt und das Ende hat für mich Sinn gemacht. Im Fokus der Handlung stehen mehrere vermisste Frauen und ein Ermittler, der seine ganz eigenen Probleme hat. Und diese beiden Punkte haben mir sowohl gefallen, als auch für einen Punkt Abzug gesorgt.
Den Ermittler Sito habe ich im Lauf der Geschichte nämlich ins Herz geschlossen. Sito ist etwas kauzig und wirkt in Die dunkle Seite des Sees etwas verloren. Dass die Autorin die Figur des Ermittlers so nahbar gezeichnet hat, gefällt mir sehr gut. Auch Sitos Privatleben spielt hier eine Rolle und das hat hier nicht nur super zur Geschichte gepasst, es hat der Geschichte an so mancher stelle Treibstoff verliehen und die Dynamik hochgeschaukelt. Ich mags immer, wenn private Verstrickungen in Geschichten ihr eigenes Rampenlicht finden.
Doch gleichzeitig hat es mir Sito am Anfang etwas schwer gemacht. Denn zu Beginn der Geschichte wurde deutlich, dass sich die Personen alle bereits kennen. Die Dunkle Seite des Sees ist Band 2 einer Reihe und hier hatte ich kurz Probleme, Anschluss zu finden. Das hat sich im Lauf der Geschichte zum Glück nicht nur gelegt, ich hab begonnen, die Dynamik im Ermittler-Team zu mögen. Und genau deshalb freu ich mich nun auch auf weitere Bücher der Reihe!