Es hat schon sehr besonders einen Klassiker aus dem achtzehnten Jahrhundert mit Hilfe einer Graphic Novel zu neuem Leben zu erwecken und die Geschichte damit einer anderer, in der Regel jüngeren Leserschaft zugänglich zu machen. Ich habe den Roman Stolz und Vorurteil von Jane Austen vor vielen Jahren gelesen und mir auch die Verfilmungen angeschaut. Für mich ist die Schriftstellerin ausdrucksstark und sehr detailliert in der Darstellung ihrer Charaktere. Das bringt eine besondere Tiefe in ihre Geschichten, die den unterhaltenden Wert unterstreichen.
In der Graphic Novel von Anna Opel und Elias Linnekuhl zeigt sich einmal mehr, dass das Geschehen sehr gut in wunderschönen Grafiken und akzentuierten Sprechblasen wiedergegeben werden kann. Das Leben einer englischen Landadelsfamilie, deren Nachwuchs ausschließlich aus Töchtern besteht, die nicht erbberechtigt sind, ist im Besonderen durch den innigen Wunsch der Mutter geprägt, diese jungen Frauen gut und reich zu verheiraten. Jeder Junggeselle, der in der Nähe ihres Landsitzes wohnt oder vorübergehend sein Domizil dort aufgeschlagen hat, wird sehr genau unter die Lupe genommen und als potenzieller Heiratskandidat bestimmt. Doch Elisabeth, genannt Lizzy, kann sich zunächst überhaupt nicht damit anfreunden, den Werbungen dieses stolzen, sehr wohlhabenden Mr. Darcy Gehör zu schenken und sorgt damit für einige Verwirrung.