Optisch wurde sich bei Empire of Burning Shadows wirklich viel Mühe gegeben, aber dies tröstet nicht über die inhaltlich schwache, nichtssagende Story hinweg.
Joslin macht sich auf die Suche nach ihrem Zwillingsbruder, der von den Schattenläufern entführt wurde. Auf ihrer persönlichen Mission begegnet sie zwei mysteriösen Männern. Zu beiden fühlt sich die Protagonistin sogleich hingezogen, dabei könnten Lanir und Khiran nicht unterschiedlicher sein. Während ein Krieg den fragilen Frieden zwischen Licht und Schatten zum Bröckeln bringt, erkennt Joslin, dass auch sie Magie in sich trägt
Es tut mir wirklich leid, aber zwischen Stereotypen-Figuren und einem Plot, der nichts hergibt außer Klischees und Fragen, wartet hier echt nicht viel, über das es sich zu sprechen lohnt.
Joslin ist naiv, weder besonders willensstark noch fokussiert und hinterfragt nichts. Obwohl die Handlung einige Hürden bereithält, an denen die junge Magierin hätte wachsen können, stagniert diese, trifft kaum eine sinnige, zielführende Entscheidung und unterliegt dem Einfluss anderer. Lanir und Khiran tragen, trotz ihres Wissens, wenig zur Antwortfindung oder einem spannenden Vorankommen bei, bleiben oberflächliche Loveinterests, die einzuordnen schwerfällt.
Maxime Herbord legt ein ziemliches Tempo vor, sodass Ereignisse ebenso rasend schnell kommen wie sie vorbeigehen. Insgesamt hinterlässt die komplette Romantasy den Eindruck, dass kaum etwas zu Ende gedacht wurde. Manche Vorkommnisse scheinen willkürlich platziert worden zu sein, Hauptsache, am Ende steht das angestrebte Ergebnis. Und dies war zu spüren. Wenn es auch das Einzige war, was mensch hier fühlen konnte. Denn Empire of Burning Shadows ist emotional ziemlich flach.
Abgesehen von dem unausgereiften Plot und den austauschbaren Charakteren erfreut sich auch das Worldbuilding an maximaler Oberflächlichkeit.
Hier existieren Licht- und Schattenläufer neben den Menschen, es kommt zu einem Konflikt aber wieso? Was können, was sind die magisch Begabten? Und wo liegen Joslins wahre Wurzeln?
Greifbare Informationen über die Gegebenheiten? Fehlanzeige. Dafür gibt's im gesamten Verlauf immer wieder halbherzig aufgeworfene Stränge und mysteriöse, schwammige Andeutungen, die Frustration bringen. Fantasy ohne eine durchdachte, logische Welt, ohne Zeit, um diese mit Details aufzubauen, funktioniert in meinen Augen nicht. Vor allem, da wir doch auf eine epische Geschichte gewartet haben.
Auch die Art, wie erzählt wurde, konnte mich nicht überzeugen: Wenn wir von den hochtrabenden, schwülstigen Floskeln und dem oft bemüht poetischen, unpassenden Ton absehen, ist der Stil plump, einfach und bietet wenig Abwechslung. Die Romance-Komponente wurde als "Slow Burn" vermarktet, dabei waren die romantischen Entwicklungen sehr abrupt und für die LeserInnen nicht nachvollziehbar.
Ein sehr schwacher Auftakt, der nichts anderes als Desinteresse für die Fortsetzung hinterlässt.