Auf Empire of Burning Shadows von Maxime Herbord habe ich mich sehr gefreut. Es ist der erste Band ihrer Magical Fate-Reihe und bildet den Auftakt der Geschichte. Optisch finde ich das Buch wunderschön gestaltet. Das Motiv, die Farbgebung und die Schrift vermitteln sofort etwas Magisches, was mir sehr gut gefallen hat. Besonders die Schrift erinnert an klassische Fantasy-Cover und hat direkt meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
In Empire of Burning Shadows geht es um die Protagonistin Joslin. Beim diesjährigen Lichterschattenfest in ihrer Heimat ist plötzlich alles anders. Zwei mächtige Magier erkennen etwas in ihr, das Joslin selbst bislang verborgen geblieben ist. Als sogenannte Schattenläufer das Dorf überfallen, wird ihre Familie auseinandergerissen und ihr Bruder verschleppt. Entschlossen, ihn zu retten, begibt sich Joslin auf eine gefährliche Reise. Dabei gerät sie mitten in einen Konflikt zwischen Licht und Schatten und begegnet Männern, die ihre Magie erwecken. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.
Die Handlung an sich ist sehr gut durchdacht. Sie bietet viele abwechslungsreiche Elemente, und einige Wendungen sorgen dafür, dass die Geschichte über weite Strecken spannend bleibt. Besonders der Beginn mit dem Angriff auf das Dorf und der Entführung ihres Bruders hat mich direkt gefesselt. Danach lässt die Spannung meiner Meinung nach jedoch deutlich nach. Einige Szenen wirken zäh und langatmig, wodurch es mir stellenweise schwerfiel, am Ball zu bleiben.
Leider hat mir zudem die nötige Tiefe sowohl in der Handlung als auch bei den Charakteren gefehlt.
Vor allem mit Joslin wurde ich nicht richtig warm. Sie wirkte auf mich teilweise zu naiv und oberflächlich. Viele Situationen nimmt sie einfach hin, ohne deutlich Stellung zu beziehen oder sich stärker zu behaupten. Außerdem denkt sie oft gar nicht über ihr Handeln und die Konsequenzen nach. Für eine Protagonistin hätte ich mir hier mehr Entwicklung und Vorbildfunktion gewünscht.
Auch die Beziehungen zu den beiden männlichen Figuren konnten mich nicht überzeugen. Die entstehenden Gefühle wirkten auf mich zu schnell und nicht ausreichend aufgebaut. Da das Buch als Slow Burn beschrieben wird, hatte ich andere Erwartungen. Insgesamt fehlte mir hier die emotionale Tiefe, weshalb mich die Charaktere leider nicht vollständig überzeugen konnten.
Besonders hervorheben möchte ich jedoch den Schreibstil von Maxime Herbord. Dieser ist sehr flüssig und angenehm zu lesen, stellenweise sogar poetisch. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen. Zudem sind ihre Ideen kreativ, originell und voller Potenzial. Vor allem das Magiesystem empfand ich als gelungen und interessant ausgearbeitet.
Zum Ende erwartet die Leserinnen und Leser ein gemeiner Cliffhanger sowie eine neue Portion Spannung, die definitiv Lust auf die Fortsetzung machen.
Wer Magie, Intrigen und spannende Fantasywelten liebt, sollte dieser Geschichte dennoch eine Chance geben. Für mich hat letztlich das gewisse Etwas gefehlt, um vollkommen zu begeistern.
Trotz meiner Kritikpunkte bin ich neugierig auf Band 2 und freue mich darauf, die Geschichte weiterzuverfolgen.