Ich mochte den ersten Band schon, aber hier hat die Geschichte für mich nochmal ordentlich zugelegt. Vor allem Eden hat mir deutlich besser gefallen. Sie wirkt stärker, entschlossener und geht ganz anders mit dem um, was mit ihr passiert. Genau solche Entwicklungen mag ich, weil sie sich eben nicht plötzlich in eine komplett andere Person verwandelt, sondern man merkt, woher diese Veränderung kommt.
Was das Buch aber wirklich gut kann, ist dieses ständige Gefühl, absolut niemandem trauen zu können. Irgendwann wusste ich selbst nicht mehr, was gerade tatsächlich passiert, wer hier eigentlich auf welcher Seite steht und ob Eden ihrem eigenen Kopf überhaupt noch glauben kann. Dazu kommen die Blutmotten, der Rote Zirkel und nach und nach immer mehr Dinge, die aus dem ersten Band plötzlich in einem anderen Licht stehen. Teilweise war es schon fast ein bisschen viel mit den Wendungen, aber irgendwie hat genau das hier funktioniert.
Ace fand ich dabei überraschend interessant. Gerade weil ich ihn lange überhaupt nicht einschätzen konnte, mochte ich die Dynamik mit Eden sehr. Die Romance drängt sich nicht vor die eigentliche Handlung, sondern läuft eher nebenher, was für mich bei der Geschichte auch deutlich besser passt.
Und dann diese Atmosphäre. Wald, See, Academy, Geheimbünde, Magie und ständig dieses leicht unangenehme Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt. Genau mein Ding. Zwischendurch gab es ein paar Stellen, die sich etwas gezogen haben, aber insgesamt fand ich den zweiten Band spannender und runder als den ersten. Vor allem bekommt man endlich mehr Antworten und das Magiesystem wird greifbarer. Für mich definitiv die stärkere Hälfte der Dilogie.