Nach der ersten großen Hitzewelle des Jahres weiß man, wozu man ein Rezeptbuch wie Sommerküche Blitzrezepte braucht. Und da nach der Hitzewelle vor der (nächsten) Hitzewelle sein dürfte Grund genug, sich das Buch mal genauer anzusehen.
Was es leistet, ist schnell umrissen: Dieses Kochbuch kommt ohne Vorrede (abgesehen von einem ultrakurzen Vorwort aus) und macht sich gleich ans Wesentliche, nämlich die Rezepte. Die gliedern sich in fünf Abschnitte, wie etwa Snackable Summer Tapas und Snacks zum Teilen, Grün, Leicht und Frisch Bunte Salate und Bowls oder Sweet Summer Süß und eisgekühlt. Das ist erfrischend einfach zu verstehen, auch wenn man in der Gluthitze nach einem Rezept sucht.
So einfach wie das Buch selbst sind die Rezepte strukturiert: Man erkennt Zutaten und Arbeitsschritte auf einen Blick, es gibt Angaben zu Zubereitungszeiten sowie häufig Tipps, etwa dass man ein Gericht zügig essen solle oder was man ergänzend tun könnte. Die Fotos der Gerichte tun ein Übriges, man kann kaum anders, als in die Küche zu wollen. Auf meiner Sobald-als-möglich-ausprobieren-Liste sind u. a. gelandet: Burrata-Creme mit Honigtomaten und Granatapfel-Dressing, Pasta-Bowl mit karamellisierter Wassermelone und Rucolapesto, Caprese 2.0 mit Gazpacho und Pistazien-Limetten-Salsa, Scharfe Spaghetti mit Avocado und karamellisiertem Ziegenkäse, Frozen Joghurt Bark mit Kokos und Pistazien. Schon an dieser kurzen Aufzählung erkennt man, dass man alte Bekannte findet, ganz Neues bzw. eine Mischung aus beidem, durchaus pfiffige Kreationen. Darüber hinaus sind für bestimmte Ernährungspräferenzen oder -erfordernisse geeignete Gerichte als solche gekennzeichnet. Warum also keine Top-Bewertung mit 5 Sternen? Weil es auch ein, zwei Mankos gibt: Dass man für einige Rezepte doch recht viele Zutaten braucht, lässt man ja vielleicht noch gelten (wenngleich gerade frische Zutaten sich bei Glutzhitze selbst bei sachgemäßer Lagerung oftmals nicht lange halten) lassen. Dass aber z. B. für manche Gerichte insgesamt über eine Stunde Zubereitungszeit (davon teils über eine Stunde im Ofen) zusammenkommt, kann nicht mehr als Blitzrezept gelten und eine Stunde Backofen bei Hitze?! Darüber hinaus schlägt Christian Henze mehr als einmal vor, die Gerichte doch mit Produkten aus seinem Shop zu pimpen Selbstmarketing in allen Ehren, aber wenn es weitere Kritikpunkte gibt und vor dem Hintergrund, dass es m. E. bessere Kochbücher für das Thema Kochbuch bei Sommerhitze gibt (auf dem Cover heißt es auch noch in Minuten zubereitet!), können es leider nur 3,5 abgerundete Sterne sein für ein Kochbuch, bei dem jede(r) selbst entscheiden sollte, ob es lohnt oder nicht.