Der Gesang der Flusskrebse

Roman. Originaltitel: Where the Crawdads Sing. Lesebändchen.
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"Ein schmerzlich schönes Debüt, das eine Kriminalgeschichte mit der Erzählung eines Erwachsenwerdens verbindet und die Natur feiert." The New York Times

Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schul … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Der Gesang der Flusskrebse
Autor/en: Delia Owens

ISBN: 3446264191
EAN: 9783446264199
Roman.
Originaltitel: Where the Crawdads Sing.
Lesebändchen.
Übersetzt von Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
hanserblau

22. Juli 2019 - gebunden - 459 Seiten

Beschreibung

"Ein schmerzlich schönes Debüt, das eine Kriminalgeschichte mit der Erzählung eines Erwachsenwerdens verbindet und die Natur feiert." The New York Times

Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben - mit dramatischen Folgen. Delia Owens erzählt intensiv und atmosphärisch davon, dass wir für immer die Kinder bleiben, die wir einmal waren. Und den Geheimnissen und der Gewalt der Natur nichts entgegensetzen können.

Portrait

Delia Owens, geboren in Georgia, lebt auf einer Ranch in Idaho. Über zwanzig Jahre erforschte die Zoologin in verschiedenen afrikanischen Ländern Elefanten, Löwen und Hyänen. Als Kind verlebte Owens die Sommerurlaube mit ihren Eltern in North Carolina, wo auch ihr Romandebüt spielt.

Pressestimmen

"Ein ganz wundervolles Buch, eines der schönsten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Ein einzigartiges Buch." Elke Heidenreich, WDR4, 30.09.19

"Delia Owens einzigartige Schöpfung aber, das Marschmädchen Kya, gehört schon jetzt in eine Reihe mit Mark Twains Huckleberry Finn, J. D. Salingers Holden Caulfield oder Harper Lees Scout Finch, den ikonischen Figuren des Coming-of-Age-Romans." Marcus Müntefering, SPIEGEL online, 24.07.19

"Ich habe selten in einem Roman so beeindruckende, schwärmerische Naturschilderungen gelesen. Delia Owens hat ein modernes Märchen geschrieben. Ein herzergreifender, berührender Schmöker." Johannes Kaiser, hr2 Kultur, 02.08.19

"Eine Verbeugung vor der Schönheit dieser Sumpflandschaft, eine grandios erzählte Liebesgeschichte und ein packender Kriminalroman. Insgesamt ein Lektüreerlebnis, wie man es selten findet." Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur, 30.07.19

"Zauberhaft schön." SPIEGEL, 14.09.19

"Noch nie wurde Einsamkeit so bittersüß beschrieben. Es ist ein unwiderstehliches Stück Literatur. Ein Buch von außergewöhnlicher Schönheit und Poesie." Roana Brogsitter, BR 5, 28.09.19

"Ein Schmöker, aber einer mit literarischen DNA. Ein Debüt, das durch unvergessliche Naturschilderungen besticht." Denis Scheck, Tagesspiegel, 15.09.19

"Eine wundervolle Hommage an eine dem Untergang geweihte Natur." Brigitte Woman, 05.09.19

"Einer der großartigsten Romane des Jahres. Die Passagen von der Stille, der Einsamkeit und dem Alltag inmitten der Wildnis sind von erhabener Intensität und Schönheit und voller hinreißender Naturbeschreibungen. Ein großartiges Stück Literatur mit fesselnder Handlung und endloser Faszination der Natur." Wilhelmshavener Zeitung, 16.08.19

"Die Schilderungen der Natur und ihrer Kraft, die einfach nur begeistern können, weil sie packend und treffend erzählt sind. Ein wirklich tolles Buch. Es treibt einem zum Schluss die Tränen in die Augen." WDR 2 Kultur, Dr. Walter Vennen, Buchhandlung Schmetz am Dom, Aachen, 14.08.19

"Bezaubernd, berührend, dramatisch: 'Der Gesang der Flusskrebse' von Delia Owens ist ein literarisches Naturereignis." Werner Krause, Kleine Zeitung, 10.08.19

"Verwunschen, wild, bewegend und hochspannend." Stern, 25.07.19

"Der Gesang der Flusskrebse ist ein umwerfendes Leseerlebnis." Madame, Oktober 2019

Es gibt Romane, die lange nachwirken: 'Der Gesang der Flusskrebse' ist eine besondere Entdeckung." Anke Jahns, NDR 1, 15.12.29

Ein wortgewaltige, poetisches Buch. Die Worte gehen sofort ins Herz." Evelyn Röwekamp, NDR Kultur 15.12.29

"Eine Ode an die Natur und Liebe." Angela Wittmann, Brigitte, 15.1.20
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Martina L.
von Martina L. - Hugendubel Buchhandlung Cottbus Mauerstraße - 13.12.2019
Kya wächst seit frühester Kindheit einsam und verlassen im Einklang mit der Natur in den Weiten des Marschlandes auf. Es gibt nur vier Personen, zu denen sie Kontakt hat. Eine davon wird tot aufgefunden. Hat Kya etwas damit zu tun? Ein grandioses Debüt!
Ihrem Buchhändler
von Ihrem Buchhändler - Hugendubel Buchhandlung Ingolstadt Am Westpark - 13.12.2019
Kya ist mit sechs Jahren auf sich gestellt. Alle haben sie verlassen, so lebt sie ganz allein in einer Hütte in den Marschlandschaften Georgias. Ein Buch über ein tapferes Mädchen und eine tiefe Freundschafts- und Liebesgeschichte.
Felicitas N.
von Felicitas N. - Hugendubel Buchhandlung Wiesbaden Kirchgasse - 06.09.2019
Sehr berührend und schön wird hier das Leben der jungen Kya geschildert, die - von der Familie verlassen - nahezu allein in der unberührten Natur des Marschlandes zwischen Salzwiesen und Sandbänken aufwächst. Muscheln, Federn un Steine sind ihre Freunde - dann jedoch treten zwei Männer in Kyas Welt ein mit dramatischen Folgen ... Die Autorin erzählt so atmosphärisch, dass der Leser regelrecht in die Natur, die Stille, die Einsamkeit der Protagonistin eintaucht. Ein echter Sommerschmöker!
Branka P.
von Branka P. - Hugendubel Buchhandlung Konstanz Bodanstraße - 06.09.2019
Dieses Buch ist ein Geschenk! Mein Herz flog der jungen Frau zu, welche als kleines Kind von allen Familienmitgliedern verlassen wird und lernt, in der Natur alleine zurechtzukommen. Am Rande der Gesellschaft verbringt sie die Jahre selbstbestimmt, die Natur ist ihr Lebenselixier und Lehrmeister. Schicksalhafte Begegnungen und Sehnsüchte ziehen sie immer tiefer in eine poetisch schöne, aber auch traurige Kriminalgeschichte hinein. Wir entdecken, dass Ausgrenzung und Vorurteile die Sicht auf den wahren Menschen dahinter verhindern können. Meine absolute Leseempfehlung!
Jens M.
von Jens M. - Hugendubel Buchhandlung Frankfurt/Main Steinweg - 06.09.2019
Delia Owens ist hier ganz wunderbare Unterhaltungsliteratur gelungen. Auf mehreren Zeitebenen verfolgen wir das Leben von Kya Clark, die zunächst von Mutter und Bruder mit ihrem alkoholkranken Vater allein gelassen, dann später ganz allein ihr Leben in den Märschen von North Carolina bewältigt. Später, als ihr alter Bekannter Chase umkommt, wird natürlich die Außenseiterin des Mordes verdächtigt ...
Sigrun Franke
Ein gelungenes Debüt!
von Sigrun Franke - Hugendubel Buchhandlung Hannover Bahnhofstraße - 24.08.2019
Was Einsamkeit ist, lernt Kya viel zu früh kennen. Isoliert wächst sie im Marschland von North Carolina auf; sie findet ihre Heimat in der Natur, den Sandbänken und dem Möwen. Doch dann wird ein Mann tot in der Marsch gefunden. Kya, ungezähmt und anders als die Bewohner der nahen Kleinstadt, wird schnell für den Tod verantwortlich gemacht. Es ist beeindruckend, mit wie viel Einfühlungsvermögen Delia Owens über ihre Protagonistin und die Natur des Marschlandes schreibt. Man fühlt sich Kya verbunden, hofft mit ihr und wünscht ihr Verbündete, die ihr beistehen. Ein gelungenes Debüt!
Paule-Francoise Goyheneix
Ein Traum von einem Buch
von Paule-Francoise Goyheneix - Hugendubel Buchhandlung Flensburg Holm - 29.07.2019
Verführt durch die zart und fachkundig beschriebene Natur -zweifellos die eine Heldin des Romans- und berührt vom einsamen Marschmädchen -bis das Herz zerspringt- bin ich dem Gesang der Flusskrebse restlos verfallen. Ein Buch für die Ewigkeit.
Hedda Freier, Buchhandlung Hugendubel Flensburg
Ein wunderbarer Roman
von Hedda Freier, Buchhandlung Hugendubel Flensburg - Hugendubel Buchhandlung Flensburg Holm - 19.07.2019
Was für ein tolles Buch. Ich weiß gar nicht, wie ich es beschreiben soll. Eine spannende Geschichte, die die Spannung auch bis zum Ende hält. Eine tolle Sprache und ganz viel Gefühl. Es beginnt mit einem Todesfall. War es Mord oder ein Unfall? Dennoch ist es für mich kein Krimi, auch wenn sich die Aufklärung immer wieder Thema in diesem Roman ist. Für mich ist es die Geschichte über die Entwicklung eines 6-jährigen Mädchens, das von allen gemieden wird und ihr ganzes Leben immer wieder verlassen und enttäuscht wird. Trotz allem entwickelt sie sich zu einer schönen und klugen jungen Frau, die aber nicht in der Lage ist Vertrauen zu entwickeln. Auch die Sprache, in der Delia Owens diese Geschichte erzählt ist einfach wunderbar. Dieser Roman hat mich komplett gefesselt und begeistert.
Bewertungen unserer Kunden
Bildgewaltig, berührend und stellenweise sehr poetisch
von Summerdance - 19.10.2019
Darum geht es: Kya Clark wuchs in einem abgeschiedenen Haus mitten in den Sümpfen Südamerikas auf. Früh von der Mutter und den Geschwistern verlassen bleiben bald nur sie und ihr Vater zurück, und irgendwann ist Kya dann ganz alleine. Lesen und schreiben hat sie nie gelernt, dafür weiß sie wie man in den Sümpfen überlebt, wie man Fische fängt und wo es die besten Muscheln gibt. Sofern möglich meidet sie den Kontakt zu anderen Menschen, auch Berührungspunkte mit den Einwohnern des nächstgelegenen Ortes hat sie nur selten. Als Chase Andrews tot aufgefunden wird dauert es nicht lange, bis Kya unter Verdacht steht, das Sumpf Mädchen ist den Menschen des Ortes ohnehin unheimlich. Die Geschichte wird vor allem aus Kyas Perspektive erzählt. Abwechselnd erfährt der Leser mehr über ihre Kindheit und über die Gegenwart. Einzelne Kapitel sind aus der Sicht des Polizeiermittlers geschrieben, der den Tod von Chase Andrews untersucht. Meine Meinung: Der Gesang der Flusskrebse ist kein einfaches Buch, nichts das man nebenbei und mit halber Aufmerksamkeit liest. Es ist eines dieser Bücher, die es nicht verzeihen wenn nebenbei der Fernseher läuft oder die Kinder um einen herumspringen. Es fordert den Leser heraus, belohnt ihn aber dafür mit einer berührenden Geschichte, die mit einem wunderbaren Gespür für Worte und Sprache geschrieben ist. Obwohl Delia Owens immer wieder lange und verschachtelte Sätze verwendet liest sich die Geschichte sehr flüssig. Das liegt vor allem an der bildgewaltigen Erzählweise, die Autorin schafft es den Leser mitten in die Geschichte zu versetzen und Bilder im Kopf zu erschaffen. Die eindringliche Erzählung ist abwechselnd fröhlich, bedrückend und berührend. Dazwischen ist es eine Hommage an die Natur, die auch in einem unwirtlichen Sumpfgebiet wunderbares erschaffen hat. Viel Action darf man nicht erwarten, das Buch beginnt mitreißend, zur Mitte hin nimmt das Tempo ab, um zum Ende des Buches wieder Fahrt aufzunehmen. Ich habe das Lesen sehr genossen. Fazit: Ein wunderbares Buch. Die Landschaft ist wie die Menschen dort: das Karge wechselt sich mit dem wunderbaren ab; es gibt viel Licht und Schatten, gleichsam Freundlichkeit und Gewalt.
Eine leise Story - sehr schön geschrieben
von adel69 - 18.10.2019
Worum geht es in dem Buch? Kya lebt in einem Fischerhaus im Marschland in der Nähe der Küstenstadt Barkley Cove (USA) in den 1950er- und 1960er-Jahren. Ihr Vater ist Alkoholiker - ein oft zorniger Mann. Deswegen verlassen ihn seine Frau und nach und nach vier seiner Kinder. Nur Kya ist geblieben, die jüngste Tochter. Sie schlägt sich alleine durchs Leben, sammelt Muscheln und beschäftigt sich mit Vögeln. Es gibt Leute in der Stadt, die ihr helfen - also Leute, die ihre Muscheln abkaufen und ihr dafür Kleidung und Geld geben. Die Schule ist ein traumatisches Erlebnis - und sie schafft es, diese nicht mehr besuchen zu müssen. Tate, ein Jugendlicher, zu dem sie Vertrauen fasst, bringt ihr das Lesen bei. Er wird mehr als ein Freund, und Kya merkt, dass es außer Freundschaft noch Liebe gibt. Doch auf einmal verschwindet Tate, er geht auf ein College. Sein Abschied schmerzt Kya, aber es gibt noch einen anderen Mann, namens Chase Andrews. Auch er findet Kya anziehend. Jahre später wird Chase Andrews tot im Sumpf des Marschlandes gefunden. Die Polizei tippt auf Mord und nimmt Ermittlungen auf. Kya wird verdächtigt, Chase umgebracht zu haben. Meine Meinung zu diesem Buch: Von Anfang an fesselt mich der Schreibstil des Buches. Er ist ruhig und nicht reißerisch. Das Buch ist aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) meistens in der Vergangenheit geschrieben. Die Autorin malt Bilder mit Worten, und so kann man sich als Leser das Marschland und die Menschen dort gut vorstellen. Kya ist mir sympathisch, sie versucht, irgendwie durch das Leben zu kommen. Sie vermisst ihre Mutter und ihre Geschwister, kann aber, da sie weder lesen noch schreiben kann, keine Suche nach ihnen starten. Selbst als nach Jahren ein Brief der Mutter eintrifft, kann sie ihn nicht lesen - und muss miterleben, wie ihr Vater den Brief verbrennt. Ihr Vater kümmert sich nicht um Kya, sie schlägt sich selbst durchs Leben, bringt sich das Kochen bei - und überlebt. Irgendwann ist der Vater verschwunden. Kya soll die Schule besuchen, weil das im Gesetz steht - doch sie hat keine Freunde und wird nur ausgelacht. Kein Wunder, dass sie von nun an versucht, die Schule zu meiden. So wird sie menschenscheu - kein Wunder, es gibt nur wenige Leute, denen sie vertrauen kann. Sie vertraut einem Ladenbesitzer in der Stadt und seiner Frau - und sie vertraut Tate, der ihr nicht nur seine Freundschaft gibt, sondern sie auch in die Welt der Buchstaben und Wörter führt. Dadurch entdeckt sie ihre Liebe zu Gedichten. Parallel zu dieser Geschichte erlebt der Leser die Ermittlungen der Polizei über den Tod von Chase Andrews. Die Polizei hat seine Leiche im Sumpf gefunden und versucht zu ergründen, wie er ums Leben kam. Einige Tatsachen lassen auf Mord schließen. Als Leserin bin ich gefesselt von diesem Roman. Eine Spannung baut sich auf durch die Handlung und die Charaktere. Ich möchte wissen, wie es mit Kya weitergeht und wer wirklich Chase Andrews umgebracht hat. Dass der Verdacht auf Kya fällt, die als Einsiedlerin lebt und als "Marschmädchen" in der Region bekannt ist, ist klar. Denn sie hatte ein Verhältnis zu Chase. Das sind alles Gründe, warum ich fünf Sterne vergebe und eine Leseempfehlung ausspreche.
Äußerst beeindruckend
von Gisel - 17.10.2019
Als ein angesehener Bewohner der Küstenstadt Barkley Cove stirbt, sind sich dessen Bewohner schnell einig: Das Marschmädchen hat Chase Andrews getötet. Kya Clark lebt sehr isoliert im Marschland, die Bewohner der Stadt wollen mit ihr nichts zu tun haben. Sumpfschlampe nennen sie sie, ohne sie überhaupt näher zu kennen. Doch Kya findet sich in der Natur bestens zurecht. In die Stadt geht sie nur gezielt, um ihre Vorräte aufzustocken. Hat sie etwas mit dem Mord zu tun? Sehr einfühlsam und in einer bildhaften und poetischen Sprache erzählt die Autorin Delia Owens die Geschichte von Kya, die durch die Geschehnisse zu einer Ausgestoßenen der Gesellschaft wurde und völlig allein und einsam aufwuchs, ohne Unterstützung durch die Gemeinschaft. Ihren Kontakt zu den Stadtbewohnern beschränkte sie wegen der Sticheleien der Einwohner auf ein Minimum, bis auf ein farbiges Ehepaar, mit dem sich freundschaftliche Verhältnisse entwickelten. Die Geschichte ist sachlich und dennoch so eindringlich erzählt, dass sie mich noch lange beschäftigt hat. Sehr detailliert, aber niemals langweilig sind die Beschreibungen des Marschlandes mit ihrer Flora und Fauna: Sie schildern in lebendigen Farben Kyas Lebensraum und geben die passende Atmosphäre für die Geschichte ab. Kya wird so lebendig geschildert, dass der Leser sofort Sympathie für sie empfindet. Das Buch erzählt nachhaltig eine Geschichte, die mir noch lange im Bewusstsein bleiben wird. Sehr gerne empfehle ich sie weiter und vergebe alle fünf möglichen Sterne.
Unfassbar berührend, unbedingt lesen!
von Aischa22 - 07.10.2019
Mit 69 Jahren veröffentlichte Zoologin Delia Owens ihren Debütroman, und ich kann nur sagen: Chapeau! Die Geschichte stellt eine ungewöhnliche Mischung aus Coming of Age, Krimi, Liebesgeschichte und Nature Writing dar. Und genauso ungewöhnlich ist die Sprache. Owens erzählt auf ganz eigene Weise, dies ist kein Roman, den man Mal so schnell nebenbei liest. Nein, dieses Buch erfordert ganze Konzentration. Der Leser, der sich darauf einlässt, wird reichlich belohnt. Die Autorin schreibt wunderbar atmosphärisch - ein Begriff der oft leichtfertig benutzt wird, hier hat er seine Berechtigung! Protagonistin Kya wächst allein im Marschland von North Carolina auf, und den detaillierten Beschreibungen von Flora und Fauna merkt man das biologische Fachwissen der Autorin an. Dabei bleibt die Sprache ungewöhnlich zart, behutsam und dennoch eindringlich. Aber Owens kann mehr als Landschaftsbeschreibungen: Auch die Charaktere sind hervorragend gelungen, vielschichtig, ungewöhnlich und dennoch glaubwürdig. Auch der Kriminalfall, der in die Geschichte eingebettet ist, braucht keinen Vergleich mit renommierten Autoren zu scheuen: ein guter Spannungsbogen, eine Gerichtsverhandlung, bei der ich förmlich den Atem angehalten habe, und ein überraschender Twist am Ende haben mich aufs Beste unterhalten. Ein schönes Detail stellt eine Karte mit der Küstenregion dar, in der die Handlung spielt. Zu guter Letzt möchte ich die hervorragende Übersetzung durch Ulrike Wasel und Klaus Timmermann erwähnen, vielen Dank!
Fast alles, was sie wusste, lernte sie in der Wildnis.
von Inge Weis - 04.10.2019
Uferlos, grandios, famos. Manche Bücher finden ihren Weg in unsere Psyche. Mut heißt: von vornherein wissen, dass man geschlagen ist, und trotzdem den Kampf - ganz gleich, um was es geht - aufnehmen und ihn durchstehen. Man gewinnt selten, aber zuweilen gelingt es. Kya wächst von ihrer Familie verlassen als Einsiedlerin im Marschland von North Carolina auf. In den 1960er-Jahren schwirren viele Gerüchte über Kya Clark durch die ruhige Küstenstadt Barkley Cove. Isoliert lebt sie im Marschland mit seinen Salzwiesen, Sandbänken, Buchten. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Das Biotop der Seevögel mit seinen Salzwiesen wird zu ihrer inneren Heimat. Drei junge Männer, ein paar Jahre älter als sie, werden auf die wilde Schöne aufmerksam als sie auf ihren Fahrrädern an ihr vorbei sausten. Der Anführer drehte sich zu ihr um, lachte über den Beinaheunfall, und Kya öffnet sich einem neuen Leben - mit dramatischen Folgen. Am Morgen des 30. Oktober 1969 wurde einer tot aufgefunden, die Leiche von Chase Andrews lag in dem Sumpf, der sie sich bald lautlos, gelassen einverleibt hätte. Für alle Zeiten verborgen. Ein Sumpf weiß alles über den Tod und versteht ihn nicht notwendigerweise als Tragödie, ganz sicher nicht als Sünde. Doch an diesem Morgen radelten zwei Jungs aus dem Dorf hinaus zu dem alten Feuerwachturm, und als sie auf dem dritten Treppenabsatz ankamen, entdeckten sie seine Jeansjacke. Alle Bewohner sind sich sicher: Das Marschmädchen ist schuld. Kyas Furcht vor Verbindungen zu anderen Menschen wird ihr Schicksal und das zweier Männer aus der Region bestimmen. Einfühlsam und packend, das ist die Geschichte einer eigenwilligen Außenseiterin, die eine Kriminalgeschichte mit der Erzählung eines Erwachsenwerdens verbindet und die Natur feiert. Die Autorin Delia Owens erzählt in ihrem Debüt intensiv und atmosphärisch davon, dass wir für immer die Kinder bleiben, die wir einmal waren. Und den Geheimnissen und der Gewalt der Natur nichts entgegensetzen können. Wie wahr, wie wahr. Die Autorin versteht es, ihren Personen Leben einzuhauchen und in ihre Psyche einzutauchen. Atmosphärisch und sprachlich sehr gelungen. Ein Buch, dass jeder gelesen haben sollte und an dessen Moralverständnis man sich ein Beispiel nehmen kann. Dieses Buch liest sich leicht und flüssig. Nicht nur für Erwachsene, auch Jugendliche werden großen Gefallen finden an dieser Geschichte. Wundervoller Schreibstil und lebendige Charaktere, runden das Buch ab.
Eine berührende Geschichte
von smberge - 01.10.2019
Inhalt: Im Marschland von North Carolina Anfang der 50er Jahre: Kya lebt mit ihrer Familie in einer einsamen Hütte mitten im Marschland. Als Kya sechs Jahre alt ist, entscheidet sich ihre Mutter dafür, ihre Familie zu verlassen. In den folgenden Jahren gehen erst die Geschwister und dann auch noch der Vater. Als junges Mädchen steht Kya alleine dar. Kaum jemand aus dem nahegelegenen Ort kümmert sich um sie, statt ihr zu helfen, wird sie nur das Sumpfmädchen genannt und nur misstrauisch als Sumpfgesindel bezeichnet. Kya ist so gezwungen, ihr Leben selbständig zu organisieren und entwickelt dabei eine sehr enge Beziehung zu der sie umgebenen Natur. Die Situation spitzt sich dramatisch zu als sie unter Mordverdacht gerät. Meine Meinung: Dieses Buch hat eine große emotionale Tiefe, die mich als Hörer wirklich sehr bewegt hat. Man leider mit Kya und fragt sich, wie dieses einsame Mädchen mit ihrer schlimmen Situation zurecht kommen soll. Allein gelassen, von den Menschen enttäuscht, entwickelt sie eine enorme Liebe zur Natur und die sie umgebene Natur. Die Beschreibungen ihrer Umgebung sind einfach nur beeindruckend, hier entsteht ein bildgewaltiges Kopfkino. Im Gegensatz dazu macht Kya mit den Menschen in ihren Umgebung nur schlechte Erfahrungen. Ihr Vertrauen wird enttäuscht und statt ihr zu helfen, machen sie ihr das Leben nur noch schwerer. Nur von einigen Menschen, die selber zu den Randgruppen des Ortes gehören, bekommt sie Hilfe. Als zusätzliche Bedrohung für Kya wird im zweiten Handlungsstrang der Todesfall von Chase behandelt und dabei wird schnell deutlich, dass die Ermittlungen auf eine Anklage hinauslaufen werden. Durch diese zweite Handlungsebene wird eine ungeheure Spannung erzeugt, denn je mehr Kya dem Leser ans Herz wächst, um so deutlicher wird, dass auf Kya eine erhebliche Gefahr lauert. Ich habe das Hörbuch zu diesem Buch gehört und mir hat die Sprecherin sehr gut gefallen. Sie schafft es die besondere Stimmung des Buches sehr gut an den Hörer zu übertragen. Der Lesestil ist sehr angenehm und man kann auch lange Passagen hören, ohne dass die Aufmerksamkeit nachläßt. Dieses Buch ist eine absolute Hör- und Leseempfehlung, Kyas Geschichte geht wirklich unter die Haut.
Ein toller Roman
von Nicnac - 25.09.2019
Kya lebt mit ihrer Familie in der Marsch. Ihr Vater ist Trinker und schlägt immer wieder mal zu. Als sie 6 Jahre alt ist, verlässt erst ihre Mutter und kurz darauf ihre Geschwister die kleine Kya. Sie ist also ab da an alleine mit ihrem Vater, doch irgendwann kehrt der auch nicht mehr zurück zum Haus und Kya ist auf sich alleine Gestellt. Sie schlägt sich gut durch und lernt erst Tate und später Chase kennen. Als irgendwann Chase Tot aufgefunden wird, wird sie verdächtig was damit zu tun zu haben.......... Ich fand den Roman Wundervoll, er hat alles was ein guter Roman benötigt, etwas Liebe, ein Kriminalfall und eine tolle Geschichte. Ich konnte mir die Marsch und das Leben von Kya sehr gut bildlich vorstellen . Bis hierhin wusste ich nichts über das Thema, hab aber jetzt so einiges aus dem Buch gelern und ich weiss jetzt auch was es mit den Flusskrebsen auf sich hat. Der Titel ist sehr gut gewählt. Ich habe bis zur letzten Seite, gespannt weitergelesen und mochte die Geschichten und den Schreibstil sehr. Werde auf jeden Fall gerne wieder ein Buch von Delia Owens lesen. Ich empfehle das Buch jedem der eine tolle Geschichte über eine starke Frau lesen möchte und es aushält wenn es manchmal etwas traurig ist.
Lieblingsbuch
von Quincyliest - 18.09.2019
Delia Owens ist ein großartiges Romandebüt gelungen. Ihr Roman vereint grandiose Naturbeschreibungen mit Elementen eines Kriminalromans, ist zugleich auch ein Liebesroman und ein Buch über das Erwachsenwerden. Und vor allem ist der Roman eins: ein tolles Lesevergnügen. Die Hauptfigur des Buches Kya wächst im Marschland an der Küste North Carolinas auf, sie kennt die Eigenheiten der Landschaft, sie weiß, was man zum Überleben braucht. Sie ist das jüngste von insgesamt fünf Kindern. Der Vater ist ein brutaler und gewaltätiger Trinker, der die Mutter schlägt. Armut spielt eine große Rolle. Die Familie lebt in einem schäbigen Haus. Als die Mutter und die Geschwister verschwinden, lebt sie ein Jahr mit dem Vater allein. Sie ist eine Außenseiterin, das Marschmädchen und auf sich allein gestellt. Doch sie ist klug und lernt zu überleben. Sie verkauft Muscheln und Fisch und kauft von dem Geld Lebensmittel und Benzin. Sie überlebt allein in der Wildnis. Der Autorin gelingt es, ein Gefühl von Einsamkeit und von der Schönheit der Landschaft beim Leser zu erzeugen - ohne jeglichen Kitsch. Owens kann auf eigene Erfahrungen zurückgreifen, denn sie erforschte Jahre zuvor die Natur Afrikas und schrieb Sachbücher über Tiere. Mit ihrem Roman jedoch ist ihr etwas Einmaliges gelungen.
wunderbar
von wusl - 16.09.2019
(1) Der Gesang der Flusskrebse hallt in meinem Kopf wohl noch länger nach. Wenn ich das Cover anschaue, spüre ich die Melancholie und die Traurigkeit in der Geschichte. Und ich fühle mich wieder wunderbar berührt und bereichert. Wer nach einem besonderen Buch sucht, der ist hier genau richtig. Zu viel möchte ich zum Plot nicht erzählen. Der Klappentext verrät schon einiges. Ein Mädchen lebt in der einsamen Wildnis der Sümpfe, wächst zu einer wunderschönen jungen Frau heran und eines Tages wird sie des Mordes bezichtigt. Das wäre es kurz und knapp. Aber dahinter steckt so viel mehr. So viel Gefühl und Dramatik. Die Autorin Delia Owens findet für die Gefühle der Protagonisten aber auch für die Landschaftsbeschreibungen und die Tierdarstellungen wundervolle, magische Worte, die mich in eine fremde Welt entführt haben. Eine, in der der Mensch nur ein kleines Rädchen ist, ein Teil eines großen rauen und grandiosen Ganzen. Ein Kind trotzt der Einsamkeit und der Gesellschaft und lebt dort, wo nur Krebse, Muscheln und Vögel zuhause sind. Im Einklang mit der Natur, von den Menschen missverstanden und abgelehnt. Die wenigen, die sie in ihr Herz schauen lässt, sind fasziniert von ihrer Stärke und Authentizität. Aber sie bleibt ihnen allen auch seltsam fremd und obwohl sie über eine strahlende Intelligenz verfügt, fällt es ihr schwer, mit ihren Mitmenschen zu kommunizieren, denn in der Einsamkeit hat sie nur den Umgang mit den Tieren gelernt, versteht aber die Zeichen der Menschen nicht. Im letzten Abschnitt nimmt die Frage, ob sie den Mann wirklich getötet hat, einen großen Raum ein. Aber es ist eigentlich kein Kriminalfall und im Endeffekt geht es darum auch gar nicht. Am Schluss, wenn alle Fragen beantwortet sind, spürt man als Leser, dass die Geschichte viel tiefer geht und die eigene Seele berührt hat.
Kya, das einsame Marschmädchen
von Ele - 15.09.2019
Der Gesang der Flusskrebse, Romandebüt von Delia Owens, 464 Seiten erschienen im Hanser Verlag. Ein Roman über das harte, einsame Leben des Marschmädchens Kya. Die Leiche des angesehenen Bewohners von Barkley Cove, Chase Andrews wurde unterhalb eines Feuerwachturms im Sumpf gefunden. War es ein Unfall, oder könnte jemand nachgeholfen haben? Die Bewohner des Küstenstädtchens sind sich einig. Schuld kann nur Kya, die wilde Bewohnerin des Marschlandes sein. Ihre Geschichte und was wirklich geschah, wird in diesem Buch auf wundervolle Weise erzählt. Dieses Buch könnte mein Lesehighlight 2019 werden, was für ein starkes Debüt! Die Handlung setzt ein als Kyas Mutter die Familie und den brutalen Vater, einen Trinker verlässt. Schon ab dem ersten Kapitel bin ich in dieser bildmalerischen Geschichte voller Poesie versunken. Die Autorin bediente sich der auktorialen Erzählweise, so gelang es mir jederzeit den Überblick über das Geschehen zu behalten, ganz nah dran an den verschiedenen Personen. Zwei Zeitebenen, in den 50er Jahren und in der Gegenwart, wobei letztere die Ermittlungen um den Todesfall und die Verhandlung beinhalten, erhöhen das Lesetempo und die Spannung. Der Kriminalfall ist so undurchsichtig, dass ich bei der Gerichtsverhandlung, die Seiten so schnell wie möglich gelesen habe. Immer wieder war ich erstaunt, wie viele Seiten weiter ich schon wieder gekommen bin. Ungerne habe ich das Buch aus der Hand gelegt und wenn, dann habe ich über den Roman nachgedacht. Die Karte vorne im Buch und die bildgewaltigen Beschreibungen der Tier und Pflanzenwelt, haben das Marschgebiet von North Carolina vor meinem inneren Auge erstehen lassen. Man merkt dem Geschriebenen unbedingt an, dass es sich bei der Autorin um eine Biologin, die schon dort gelebt hat, handelt. Fauna und Flora des Marschlandes waren perfekt beschrieben. Z. B. das Aussehen und Verhalten der Vögel sind toll geschildert, Delia Owens weiß, wovon sie schreibt. Lebhafte Dialoge in der Sprache der einfachen Leute machten die Erzählung lebendig. Dieses Buch strahlt unglaublich Atmosphäre aus. Die Charaktere handelten nachvollziehbar und authentisch. Wären Jumpin und seine Frau Mabel nicht gewesen, hätte Kya wohl nicht überleben können, sie gehören zu meinen Lieblingsfiguren. Dass Tate während seiner Studienzeit mit Kya gebrochen hat, konnte ich ihm allerdings nicht verzeihen. Unglaublich traurig machte mich die Einsamkeit Kyas, ihr kurzer Schulbesuch, die Beschreibung des Familienlebens und der Verrat derer Menschen, denen sie ihr Herz geschenkt hat. Sogar den Übergang vom Mädchen zur Frau musste sie ganz alleine meistern. Ihre innersten Gedanken z.B. in der Gefängniszelle haben mich ganz tief berührt. Mir hat besonders gut gefallen, dass ich nie das Gefühl hatte, so eine Geschichte schon einmal gelesen zu haben. Stete Wendungen und ein überwältigendes Ende, haben mich überrascht. Die eingefügten Gedichte passen gut zum Geschehen und ergeben eine Melodie - den Gesang der Flusskrebse. Ich kann dieses Buch nur von ganzem Herzen empfehlen und vergebe dafür fünf Sterne
Herzzerreißend
von Readaholic - 14.09.2019
Kya ist sechs, als ihre Mutter die Familie verlässt. Die älteren Geschwister suchen ebenfalls kurz danach das Weite, weg von dem ärmlichen Leben in der Hütte im Marschland und dem gewalttätigen Vater. Nur der ältere Bruder Jodie bleibt mit ihr zurück, aber nicht für lange, dann ist sie völlig allein mit einem Vater, der oft tagelang weg bleibt. Das kleine Mädchen ist zäh: um nicht zu verhungern, bringt sie sich selbst mehr schlecht als recht das Kochen bei. Ihre Zeit verbringt sie mit den Möwen und in der Natur. Im Dorf bekommt sie den Namen "Marschmädchen", die Leute schauen auf sie herab und betrachten sie mit Argwohn. Als dann der Vater eines Tages nicht wiederkommt, ist Kya völlig auf sich allein gestellt. Zum Glück hat der Vater das Boot nicht mitgenommen, so kann das Mädchen Muscheln ausgraben und diese verkaufen. Das schwarze Ehepaar Jumpin¿ und Mabel sind die einzigen, die Kyas Lage erkennen und ihr gebrauchte Kleidung und andere Hilfe zukommen lassen. Eines Tages verirrt sich Kya auf einem Ausflug durch die Marsch. Tate, ein Freund ihres Bruders Jodie, hilft ihr den Heimweg zu finden. Kya mag ihn auf Anhieb, doch sie ist schüchtern und versteckt sich lange Zeit vor ihm, bis er anfängt, ihr kleine Geschenke zu bringen. Da Kya nie eine Schule besucht hat, kann sie weder lesen noch schreiben. Tate bietet ihr an, sie zu unterrichten, ein Wendepunkt in Kyas Leben. Er bringt ihr Bücher über die Natur, wodurch Kya ihre gesammelten Federn und andere Funde aus der Natur bald katalogisieren kann. Mit den Jahren hat Kya sich gut in ihrem Leben mitten in der Marsch eingerichtet und zwischen ihr und Tate entsteht mehr als nur Freundschaft. Doch dann geht Tate weg aufs College... Als Kya Chase Andrews kennenlernt, den Sunnyboy und Mädchenschwarm des nahegelegenen Dorfs, glaubt sie, ihr Glück gefunden zu haben, doch Chase spielt nicht mit offenen Karten. Obwohl sich Kya und Chase nur in der Abgeschiedenheit der Marsch treffen, entstehen im Dorf bald Gerüchte über die beiden. Dann wird Chase tot aufgefunden, möglicherweise ermordet, und für die Leute im Dorf ist klar, dass nur Kya als Mörderin in Frage kommen kann. Trotz äußerst dünner Indizienlage kommt Kya in Untersuchungshaft. Falls sie für schuldig befunden wird, droht ihr die Todesstrafe... "Der Gesang der Flusskrebse" ist ein wunderschönes und sehr poetisches Buch. Die Beschreibungen der Natur, Kyas Naturverbundenheit und ihre Beobachtungen der Pflanzen- und Tierwelt haben mich sehr angesprochen, und die Widrigkeiten, mit denen Kya ihr Leben lang zu kämpfen hat, sind herzzerreißend. Der Mordprozess ist spannend, denn bis zum Schluss weiß man nicht, wer Chase Andrews in den Tod gestürzt hat, beziehungsweise ob es sich möglicherweise doch um einen Unfall handelt. Für mich ist "Der Gesang der Flusskrebse" ein faszinierendes Buch, das ich nicht aus der Hand legen konnte.
Ein Gesamtkunstwerk
von Nancy Frohberg - 13.09.2019
Ein gefühlvoller Roman über das Erwachsen werden und die Schönheit der Natur. Ein Mordfall, dessen Aufklärung eine ganze Stadt in Ausnahmezustand versetzt. Ein Mädchen, das unschuldig von Dorfbewohnern vorverurteilt wird. Eine Frau, die die Einsamkeit verändert. "Der Gesang der Flusskrebse" ist einfach anders und "anders" gefällt mir. Aber lest selbst: Inhalt: Die Handlung des Romans spielt vorwiegend in den 50er und 60er Jahren im Marschland North Carolinas und im dort gelegenen Küstenstädtchen Barkley Cove. Die Geschichte wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt. Im ersten Handlungsstrang lernen die Leser die kleine sechsjährige Kya und ihre Familie kennen. Wobei sich die Familie gleich zu Beginn auflöst. Ein Familienmitglied nach dem Nächsten verlässt das Marschland, verlässt Kya. Sie lernt dadurch sehr früh die Einsamkeit, aber auch die Schönheit der Natur kennen. Kya kennt jede Muschel, Möwe, Bucht und Sandbank. Obwohl sie so jung an Jahren ist, schlägt sie sich fortan selbst durch, bringt sich fischen bei, sammelt Muscheln, baut Gemüse an, lernt kochen. Der zweite Erzählstrang befasst sich mit einem Mordfall. Ein Mord, der durch Kya, "das Marschmädchen", begangen worden soll. Die Indizien sprechen gegen sie. Es kommt zur Festnahme und zur Gerichtsverhandlung. Hin und wieder gibt es Zeitsprünge zwischen dem aktuellen Verbrechen und Kyas Vergangenheit. Diese Zeitsprünge sind nicht zu häufig, verleihen dem Buch aber eine gewisse Spannung, da sie immer mehr aufeinander zulaufen. Im ersten Teil des Hörbuchs überwiegt jedoch der Teil der Kindheit, im zweiten Teil dann die Aufklärung des Verbrechens. Meinung: Der Überlebenskampf des kleinen Mädchens und ihre unschuldige Sicht auf die Dinge führten dazu, dass ich sie sehr schnell ins Herz geschlossen habe. Sie tat mir unendlich leid und ich wünschte mir die ganze Zeit über, dass Kya die Einsamkeit abstreifen könnte. Dass jemand kommt und ihr jemand dabei hilft erwachsen zu werden. Obwohl sie sich so tapfer und unerschrocken gibt, so spürt man doch ihre Verzweiflung, die die Isolation mit sich brachte. Aber nicht nur die Hauptfigur wurde von der Autorin liebevoll ausgestaltet und gezeichnet. Es gibt einige wunderbar dargestellte Personen, die mir während der Geschichte ans Herz wuchsen. Ganz besonders mochte ich zum Beispiel Jumpin und seine Frau. Die beiden sind schwarz und haben es dadurch zu der Zeit in North Carolina auch nicht leicht und trotzdem unterstützen sie Kya durch Kleinigkeiten. Toll fand ich dabei auch, wie die Sprecherin des Hörbuchs Jumpin Leben (und einen ganz eigenen Stil) eingehaucht hat. Ganz besonders die Verhandlung und Kyas Leben danach haben es mir noch einmal richtig angetan. Ich fand es großartig wie Delia Owens das Ende gefunden hat. Mir stiegen vorallem auf den letzten Seiten einige Male die Tränen und die Augen und ich musste weinen. Vielleicht finden es einige zu romantisch oder kitschig wie sich Kya entwickelt hat, aber ich fand es einfach grandios. Ich war überrascht und doch glücklich mit dem Ende. Fazit: Nachdem ich das Hörbuch beendet hatte, habe ich noch oft an diese Geschichte gedacht. Das Buch enthält so viele Botschaften, die es sanft und zwischen den Zeilen übermittelt. Diese Botschaften hallen immer noch in mir nach und regen mich zum Nachdenken an. Besonders faszinierend finde ich dabei, wie geschickt hier so viele Themen und Genre verwoben worden ohne den roten Faden zu verlieren, ohne sich zu sehr in Details zu verlieren und trotzdem so detailverliebt zu schreiben. (Ja, das klingt widersprüchlich. Ist es aber in diesem Roman nicht.) Es gibt präzise Naturschilderungen, einen Kriminalfall, eine Geschichte übers Erwachsenwerden, eine Liebesgeschichte, Dramatik, Spannung, und all das kam mir zu keinem Zeitpunkt unecht oder übertrieben vor. Der Sprecherin Luise Helm ist es dabei fantastisch gelungen all diese Facetten des Buchs authentisch wiederzugeben und die Atmosphäre dieses Buchs stimmlich einzufangen. Ein toller Roman!
berührend und wahrhaftig
von gagamaus - 13.09.2019
North Carolina in den Sechziger Jahren. An der Küste breitet sich ein von Flussläufen und Sümpfen durchzogenes Marschland aus, in dem seit Jahrhunderten Menschen Zuflucht suchen, die andernorts kein Auskommen finden oder vor den ungnädigen Augen der Wohlstands-Gesellschaft fliehen. So landet auch Kyas Familie in einer heruntergekommenen Hütte mitten im Nirgendwo, wie weg von der Stadt und anderen Menschen. Die Mutter versucht sich und ihre vier Kinder über Wasser zu halten, während der Ehemann und Vater die meiste Zeit das Geld verspielt oder versäuft und mehr als einmal Frau und Kinder fast krankenhausreif schlägt. Schließlich verlässt die Mutter ihn und lässt ihre minderjährigen Kinder zurück. Kya ist gerade mal sechs Jahre alt und viel jünger als ihre Geschwister. Nach und nach fliehen auch diese vor dem Vater. Kya versucht beherzt und mutig und mit großem Erfindungsgeist, dem Vater den Haushalt zu führen und irgendwie zu überleben. Wenige Jahre später ist sie ganz auf sich alleine gestellt. Von der ersten Seite an bewegt und berührt das Schicksal von Kya. Kaum jemand hilf dem kleinen Marschmädchen. Sie wird von den Stadtbewohner misstrauisch beobachtet. Die Schulbehörde versucht nur einmal halbherzig, das Kind in die Gesellschaft zu integrieren. Kyas Einsamkeit kann der Leser fast am eigenen Körper spüren. Ihre Stärke ist es, die die Geschichte durchdringt und die einem mehr als einmal die Tränen in die Augen treibt. Vor allem, wenn sie wieder einen der vielen Rückschläge erdulden muss, wenn sie von den zwei, drei Menschen enttäuscht wird, die sie wagt, in ihr Leben zu lassen. Wenn sie hungert an Körper und Seele und doch nie aufgibt, nie klein beigibt, nie versucht, sich Hilfe zu holen, sondern immer glaubt, sie müsse das alles alleine schaffen. Eine weitere feste Größe in dieser Geschichte ist die Natur, die Marschen, der Sumpf. Aber auch die Möwen und Muscheln, die verwachsenen Flussläufe, die Tier- und Pflanzenwelt in der Kya sich bewegt, von der sie lebt, in der sie kein Fremdkörper ist, sondern mit der sie in tiefer Harmonie lebt. Kyas Wesen wird dadurch geformt und diese Natur gibt ihr auch den Halt, den die Menschen ihr nicht geben können und bewahrt sie davor, ohne Liebe und menschliche Nähe verrückt zu werden. Sie wird eins mit der Natur und durchdringt das Wesen ihres ungezähmten Lebensraumes. Eines Tages bricht dann das Unheil mit Macht über sie herein. Sie wird verdächtigt einen jungen Mann getötet zu haben und die Beweise sind erdrückend. Mein Fazit: Ein wahnsinnig bewegendes und glaubhaftes Buch. Die Geschichte über ein Kind, eine junge Frau, die in der Einsamkeit der sumpfigen Marschen zu einem klugen aber unglaublich scheuen Menschen heranwächst, der mit der Natur in wunderbarem Einklang leben kann, der aber droht an der Verständnislosigkeit der anderen zu zerbrechen. Die Autorin schafft es dabei, das man als Leser glaubt, selbst in die Wildnis einzutauchen, mit Kya die kreischenden Möwen zu füttern, nasse Muscheln aus dem Wasser zu ziehen, dem Gesang der Flusskrebse zu lauschen. Ein bildgewaltiges, einfühlsames Buch, welches durch den mutmaßlichen Mordfall zusätzlich an Spannung gewinnt. Ich hoffe sehr, dass Delia Owens noch weitere Bücher schreibt, auch wenn sie bereits nicht mehr die Jüngste ist. Sie hat eine große literarische Stimme. Das Buch wird demnächst verfilmt. Ich bin gespannt.
Faszinierendes Marschmädchen KYA
von Manfred Fürst - 12.09.2019
"DER GESANG DER FLUSSKREBSE" von Delia Owens ist eine Ode an das Marschland von North Carolina. Owens kann die Zoologin nicht verheimlichen; mit ungeheurer Detailtreue beschreibt sie Flora und Fauna. Diese Liebe zur Natur ist einzigartig gepaart mit der Schilderung der dramatischen Lebensgeschichte eines kleinen Mädchens: Dem Marschmädchen KYA. Über 60 Jahre verfolgt Owens die Geschichte von Kya, deren Familie mit Vater, Mutter und vier Geschwistern, die sich sukzessive dezimiert, bis Kya mit 6 Jahren auf sich alleine gestellt ist. Nur die Liebe zu "ihrer" Marsch hält sie am Leben. Sie fühlt sich von allen verlassen und vertraut niemandem. Mit fast autistischen Zügen zelebriert sie nun ihr selbstgewähltes Alleinsein. Zwei Liebesabenteuer bestimmen ihr Erwachsenwerden und hätten sie beinahe ins Verderben gestürzt. Der Tod/Mord von/an Chase macht aus einem genüsslichen Roman einen spannenden Krimi: Eine Stadt such eine Mörderin und hat sie in der Außenseiterin Kya gefunden. Kya wird der Prozess gemacht. Freispruch. Kya wird eine anerkannte Expertin des Marschlandes und arbeitet mit ihrer ersten Liebe Tate, jetzt Ökologe zusammen. Wer hat aber Chase wirklich ermordet? Das ist eine Überraschung, oder auch nicht.
einfach wundervoll
von moehawk - 10.09.2019
Durch eine Leserunde des Hanser-Verlages bin ich zu einem literarischen Kleinod gekommen. "Der Gesang der Flusskrebse" ist der erste Roman von Delia Owens, einer us-amerikanischen Naturwissenschaftlerin. Erzählt wird eine Geschichte, wie sie so typisch scheint für das Amerika des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Gesellschaft versäumt ihre Pflicht und ein kleines Mädchen wächst ohne Eltern in den Sümpfen auf. Während sie auf die eine Weise in ihrem Verhalten verwildert und menschenscheu wird, lernt sie durch ihren einzigen Freund dennoch lesen und schreiben und damit die magische Welt der Bücher kennen. Die Stadtbewohner glauben sie wäre das wilde Marschmädchen und die jungen Männer machen sich einen Spaß daraus sie zu erschrecken. Einer von ihnen merkt, dass sie sich zu einer hübschen begehrenswerten Frau herauswächst und versucht ihr Herz zu erobern ohne seinen Freunden von Kya zu erzählen. Aber lange geht dieses Versteckspiel nicht gut und als Kya genug davon hat, kommt es zum Eklat. Ein wort- und bildgewaltiges Buch voller Wärme und Sehnsucht, aber auch voller Einsamkeit und Unverständnis für ein Mädchen, welches wie aus der normalen Welt gefallen scheint. Kya ist faszinierend und unglaublich stark. Man leidet mit ihr. Man sehnt sich mit ihr. Man ist mit ihr überwältigt von der Schönheit und Kraft der Natur. Durch einen ungeklärten Mordfall wird ein zusätzlicher Spannungsbogen aufgebaut. Ich bin restlos begeistert von der Lektüre. Ein Buch, wie man es nicht so oft findet. Voller Wahrhaftigkeit und voller Klugheit. Es macht nachdenklich und glücklich. Ein dickes Dankeschön an den Hanser-Verlag für dieses wundervolle Buch.
Literarisches Meisterwerk
von HK1951 - 08.09.2019
Literarisches Meisterwerk Delia Owens hat mich auf den 464 Seiten geradezu verzaubert. Es ist ja ihr Romandebüt und ich habe selten ein Debüt gelesen, das so phantastisch war, dass man sich gleich nach dem Auslesen das nächste Buch dieser Autorin gewünscht hat. Literarisch für mich absolut ein Juwel. Das fängt beim Schreibstil an, der so detailliert und bildhaft ist, als liefe ein Film vor einem ab und die Worte nehmen einen irgendwie gleich "gefangen". Besonders Kya Clark zieht einen in ihren Bann: das Marschmädchen, wie sie genannt wird. "Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben - mit dramatischen Folgen. Delia Owens erzählt intensiv und atmosphärisch davon, dass wir für immer die Kinder bleiben, die wir einmal waren. Und den Geheimnissen und der Gewalt der Natur nichts entgegensetzen können." Man leidet mit, läuft durch die Marschlandschaft und die "Krimi-Komponente" rundet das Ganze noch vorbildlich ab. Das Buch entfaltet immer mehr eine Art "Sog", dem man sich nicht entziehen kann. Ganz großes "Kino", absolut wundervoll !
Erwartungen leider nur teilweise erfüllt
von elke17 - 07.09.2019
Ich bin mit großen Erwartungen an das Buch herangegangen, und Delia Owens hatte mich bereits nach den ersten Seiten: Kya die in einem entlegenen Zipfel des Sumpflandes in North Carolina aufwächst, der Vater ein Säufer und Schläger, die Mutter ohne ein Wort des Abschieds verschwunden, ebenso die vier Geschwister. Niemand da, der sich für die sechsjährige Kya verantwortlich fühlt. Denn der Vater gibt nur Stippvisiten, wenn er von mehrtägigen Sauftouren zurückkommt, um seinen Rausch auszuschlafen. Für die Menschen im nahen Fischerdorf ist sie "das Marschmädchen", von dem man sich besser fernhält. Ungepflegt, dreckig, faul und dumm. Aber auch Kya meidet die Menschen, sie muss allein zurechtkommen, um zu überleben. Dort, wo die Flusskrebse singen, "¿weit draußen, wo die Tiere noch wild sind und sich benehmen wie Tiere". Das verspricht Südstaaten Noir (Woodrells "Winters Knochen" ist mir in den Sinn gekommen), aber leider löst Owens dieses Versprechen nicht ein. Der Roman startet mit einem Prolog im Jahr 1969. Eine männliche Leiche wird im Sumpf gefunden. Wer ist für den Tod verantwortlich? Danach immer wieder Zeitsprünge zwischen gestern und heute, 1952 beginnend, in denen wir Kyas Entwicklung verfolgen können. Gut ausbalanciert, passt. Das Marschland bestimmt ihr Sein, es nährt sie und sichert ihr Überleben. Sie sammelt Muscheln, die sie Jumpin` verkauft, einem Ladenbesitzer im Dorf, und wegen seiner Hautfarbe ein ebensolcher Außenseiter wie sie. Sie sieht aber auch die Schönheit der Natur in allen Formen, sammelt Federn und Muscheln und hütet sie wie Schätze. Wobei sie von dem Wissen profitiert, das ihr ihr großer Bruder vermittelte, bevor er sie verließ. So vergehen, die Tage, die Jahre. Gleichförmig. Aber alles verändert sich, als ein Junge in ihre Sumpfwelt eindringt. Kya verändert sich, ihr Denken, ihr Fühlen. Sie möchte keine Außenseiterin mehr sein, möchte dazugehören. Und genau hier setzt der Bruch in Owens` Roman ein. Kyas Coming-of-age Story wird durch den Mordfall mit Krimi-Elementen aufgepeppt, was eher schadet als nützt. Hat die Autorin bis hierher mit außergewöhnlich detaillierten Beschreibungen von Innen- und Außenwelt brilliert (sie ist von Haus aus Zoologin mit zahlreichen Veröffentlichungen zur bedrohten Tierwelt Afrikas), kippt die Story jetzt ins Vorhersehbare, Verkitschte und macht den guten Eindruck, den ich bisher hatte, zunichte. Wird zum Aschenputtel-Märchen und lässt mich zudem mit einigen Ungereimtheiten zurück. Nichtsdestotrotz, in den Vereinigten Staaten hat das Buch die Bestsellerlisten gestürmt. Nicht zuletzt deshalb, weil es zum Buch des Monats in Reese Witherspoons Buch Club gewählt wurde. Und eine Verfilmung wird es auch geben, die Rechte hat sich ebenfalls Reese Witherspoon für ihre Produktionsfirma Hello Sunshine gesichert.
Auch mich haben die Flusskrebse gepackt!
von U.Hahn - 07.09.2019
Das Buch wurde in den USA fast über Nacht zum Bestseller. Ich musste wissen, was das Besondere an dieser Geschichte ist und habe mir das Buch besorgt. Der Gesang der Flusskrebse¿ ist mehr oder weniger das Erstlingswerk der Autorin Delia Owens, die bis dato nur wissenschftliche Bücher verfasst hatte. Er erzählt die Geschichte des kleinen Mädchens Kya, das mit seiner Familie in ärmlichen Verhäktnissen im Marschland von North Carolina aufwächst. Kya ist sechs Jahre alt, als die Mutter die Familie verlässt. Später folgen nach und nach auch die älteren Geschwister und sie bleibt mit ihrem alkoholsüchtigen Vater in der Wildnis alleine. Liebe erfährt sie nicht, für ihr Essen muss sie selbst sorgen, denn der Vater bleibt oft tagelang fort. Kya lernt ihr Leben irgendwie zu meistern. Den Menschen im nächstgelegenen Dorf bleibt sie fern, die wilde Natur des Marschlandes und ihre Tierwelt ersetzen ihr die Familie, als der Vater eines Tages gar nicht mehr auftaucht. Sie wird zum "Marschmädchen" über das die Einwohner im nahe gelegenen Dorf Barkley Cove wilde Geschichten erfinden. Der farbige Bootsverleiher Jumpin und seine Frau Mabel sind die einzigen Menschen, denen Kya vertraut und die ihr helfen. Das Mädchen hat einen starken Überlebenswillen und schafft es, abseits der Zivilisation zurechtzukommen. Kya wächst zu einer jungen Frau heran, die sich in der Marsch bestens auskennt. Die Begegnung mit einem Jungen aus dem Dorf verändert jedoch ihr Leben. Er lehrt sie das Lesen und Schreiben und es entwickeln sich auf beiden Seiten Gefühle. Die Geschichte von Kya wird in zwei Zeitsträngen erzählt. Die erste beginnt im Jahre 1969, wo die Leiche von Chase Andrew beim Feuerwachturm im Marschland gefunden wird. Der zweite Zeitstrang beginnt im Jahre 1952 als Kya im Alter von sechs Jahren von der Mutter verlassen wird. Ab diesem Zeitpunkt laufen die Zeitstränge aufeinander zu und die Handlung nimmt eine ungeheure Spannung auf. Ich war von diesem Buch sehr überrascht, vor allem die wunderbaren Naturbeschreibungen haben mich sehr beeindruckt. Mir hat auch die Beschreibung der Dorfbewohner und ihrer Denkweise in den damaligen Sechziger Jahren in den USA gefallen, das ist alles sehr authentisch erzählt. Auch die Emotionen kommen in diesem Buch nicht zu kurz, man leidet regelrecht mit Kya mit, dem einsamen Wesen, das so oft von der Welt enttäuscht wird und ihre Liebe bei den wilden Möven im Marschland findet.Genauso habbetrachten konnte. Abgerundet wird die Erzählung mit passen
Eine Liebeserklärung an die Natur
von Lesebiene017 - 05.09.2019
Der Roman beginnt mit einem Paukenschlag: Im Jahr 1969 wird die Leiche des 31-jährigen Chase Adams entdeckt, der offensichtlich aus großer Höhe vom Feuerwachturm in die Marsch gestürzt ist. Chase ist, obwohl er verheiratet ist, als Frauenheld bekannt. Aufgrund fehlender Spuren geht der Sheriff schnell von einem Tötungsdelikt aus. Der Leser wird über den Verlauf der Untersuchungen auf dem Laufenden gehalten, bis es schließlich zur Gerichtsverhandlung kommt. Dabei spielen auch die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse in Bezug auf den Umgang mit Farbigen und Außenseitern eine große Rolle. Die zweite Handlungsebene beginnt im Jahr 1952 und verfolgt das Leben der Protagonistin Kya Clark. Dabei läuft die Zeit weiter, immer näher auf den Zeitpunkt des aktuellen Todesfalls zu. Beide Ebenen wechseln sich kapitelweise ab und es ist zunächst kein Zusammenhang erkennbar. Kya Clark lebt mit ihrer Familie im einzigartigen Marschland von North Carolina in einer bescheidenen Hütte. Kya ist 7 Jahre alt, als ihre Mutter das Haus verlässt und niemals wiederkehrt, das ist 1952. Kurze Zeit später verabschieden sich ihre beiden älteren Geschwister, schließlich auch ihr Lieblingsbruder Jodie. Jeder dieser Verluste prägt das Mädchen immens, schließlich ist sie nun ihrem Vater, einem zu Gewalt neigenden Trunkenbold, ausgeliefert. Doch Kya ist stark. Sie macht das Beste aus der Situation, sie kocht, wäscht und versorgt den Haushalt, so gut sie eben kann. Der Vater bessert sich, die beiden entwickeln eine liebevollere Beziehung zueinander. Als jedoch eines Tages ein Brief ihrer Mutter ankommt, verschlechtert sich die häusliche Situation und auch die Tage des Vaters in der Hütte sind gezählt. Fortan muss sich das Mädchen allein durchschlagen. Um der Einsamkeit zu entfliehen, freundet sie sich mit Möwen und Seevögeln an, die sie regelmäßig füttert und mitunter in ihrer Gesellschaft schläft. Die Liebe des Mädchens zur Marsch sowie zur Tier- und Pflanzenwelt ihrer Heimat ist faszinierend, sie macht ihr die Einsamkeit erträglich: "Die Sonne, warm wie eine Decke, umhüllte Kyas Schultern, lockte sie tiefer in die Marsch. Manchmal hörte sie nachts Geräusche, die sie nicht kannte, oder sie erschrak sich, wenn Gewitterblitze zu nah waren, doch wenn sie stolperte, war da immer das Land, das sie auffing. (¿) Kya legte ihre Hand auf die atmende nasse Erde, und die Marsch wurde ihre Mutter." (S. 50) Kya muss sich nun allein durchschlagen. Um Geld für notwendige Lebensmittel und Bootsbenzin zu bekommen, sammelt und verkauft sie Muscheln an den Farbigen Jumpin¿. Er und seine Frau sind die Einzigen, die die Not des Mädchens erkennen und dafür sorgen, dass sie Nahrung und Kleidung bekommt. Die anderen Einwohner des Ortes schauen weg und verspotten das Kind, das zunehmend zur Außenseiterin wird. Kya ist scheu und schreckhaft, sie streift durch das Marschland, möglichst ohne jemandem zu begegnen. Mit der Zeit freundet sich Kya mit Tate, einem Freund ihres Bruders Jodie, an. Er bringt ihr Lesen bei. Nun kann sie ihrer bemerkenswerten naturkundlichen Sammlung und ihren detaillierten Zeichnungen auch Texte hinzufügen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte. Doch auch diese Beziehung wird auf die Probe gestellt, als Tate die Schule beendet und 1965 zur Universität gehen muss. Kya bleibt erneut allein zurück. An dieser Stelle möchte ich nicht mehr von der Handlung preisgeben. Die Autorin hat durch den Kriminalfall eine konsequente Spannungslinie in den Roman eingewoben. Man fragt sich von Beginn an, was Kya mit dem Tod von Chase Adams zu tun haben könnte. Nach und nach erfährt man als Leser mehr, bis sich beide Handlungsebenen vereinen und alles auf einen spannenden Gerichtsprozess hinausläuft. Die Sprache liest sich flüssig und ist von der Liebe zur Natur geprägt. Das beweist schon der erste Satz: " Marschland ist nicht gleich Sumpf. Marschland ist ein Ort des Lichts, wo Gras in Wasser wächst und Wasser in den Himmel fließt." (S. 11) Beim Lesen wird man immer wieder von wunderbaren Metaphern überrascht. Später darf man sich auch an stimmungsvoller Naturpoesie erfreuen, die Tate und Kya miteinander teilen. Die Einsamkeit des Mädchens ist stets fühlbar, aber niemals trostlos. Sie ist eine Kämpferin, die sich nicht unterkriegen lässt. Leider führt ihre Zurückgezogenheit aber auch dazu, dass sie Schwierigkeiten hat, menschliches Verhalten richtig einzuschätzen. Sie ist dabei auf alte Weisheiten ihrer Mutter und Vergleiche aus der Tierwelt angewiesen, die nicht immer passen und sie dann naiv erscheinen lassen. Das macht sie auf den ersten Blick zu einem gutgläubigen Opfer. Ich bin sicher, dass dieser Roman breiten Leserschichten sehr gut gefallen wird. Er hat eine Mischung aus Unterhaltung und Anspruch, die ich sehr schätze. Die bildreiche Sprache macht die einzigartige Marschlandschaft mit ihrer Fauna und Flora lebendig. Kya wächst einem von Beginn an ans Herz, man verfolgt ihren Lebensweg mit großem Interesse. Dabei strahlen sie und die anderen Figuren große Glaubwürdigkeit aus. Man kann sich gut in sie hineinversetzen. Ich wünsche diesem Roman viele Leser und erteile eine klare Lese-Empfehlung!
Außergewöhnlich und sehr schön
von Langeweile - 04.09.2019
Inhaltlich übernommen: Chase Andrews stirbt und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cover sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sand beenden. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben - mit dramatischen Folgen. Meine Meinung: Auf eine sehr schöne, leise und gefühlvolle Weise schildert die Autorin das Leben dieses außergewöhnlichen Mädchens. Sie behandelt dabei in gleicher Weise die Liebe Kyas zu Natur und Pflanzen, als auch ihr Leben, dass größtenteils ohne Liebe und Fürsorge verläuft. Bis auf wenige Menschen in Ihrer Umgebung, die es gut mit ihr meinen und auf die sie auch in schweren Zeiten zählen kann, ist sie schon in frühester Jugend auf sich alleine gestellt. Mich hat das Buch von Anfang an in seinen Bann gezogen. Ich habe die Geschichte dieses außergewöhnlichen Mädchens mit atemloser Spannung verfolgt. Fazit: Ein Buch,was sich deutlich von der Masse abhebt ,nachdenklich macht und berührt. Von mir eine Leseempfehlung und verdiente fünf Sterne.
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