Die
Question prioritaire de constitutionnalité
vollendete 2010 in Frankreich den Ablösungsprozess von einer traditionellen Vorherrschaft des Gesetzes zu einem tatsächlichen Vorrang der Verfassung. Maja Katharina Walter analysiert die Hintergründe und Implikationen dieser Neuerung und zeigt rechtsvergleichend Faktoren für Veränderungen von Verfassungsgerichtsbarkeiten auf.
In 2010, the introduction of the Question prioritaire de constitutionnalité in France completed a process of change from a traditional legislative sovereignty to an actual supremacy of the constitution. This work explores the background and implications of this innovation, and identifies the factors leading to transformations of constitutional jurisdictions by legal comparison. Die Question prioritaire de constitutionnalité (QPC) vollendete im französischen Verfassungsrecht den Ablösungsprozess von einer traditionellen Vorherrschaft des Gesetzes zu einem tatsächlichen Vorrang der Verfassung. Maja Katharina Walter analysiert in ihrer Arbeit die Hintergründe und Zusammenhänge, die zur Einführung dieses neuen Verfahrens führten und erörtert die theoretischen wie auch praktischen Facetten des Umbruchs, den das französische Recht durch die QPC erfahren hat. Darüber hinaus zeigt sie rechtsvergleichend, wie speziell die Reichweite von Normenkontrollkompetenzen den Status einer nationalen Verfassungsgerichtsbarkeit prägt. Im Vergleich mit deutschen Entwicklungen werden bestimmte Faktoren sichtbar, die in verschiedenen Rechtsordnungen zu Veränderungen in diesem Bereich führen können. Die QPC liefert so als modernes Beispiel Orientierungswerte für heutige verfassungsprozessuale Umbrüche in Europa.